Mein Name ist Kobrina. Ich bin eine Königskobra, und ich lebe in den feuchtwarmen Wäldern Südostasiens. Die heiße Sonne wärmt meinen sandbraunen Körper, während ich durch das dicht bewachsene Unterholz gleite. Mein Zuhause ist voller hoher Bäume, grüner Ranken und einem dichten Teppich aus Moos und Blättern. Gelegentlich spüre ich durch die Erde die sanften Schritte von Wildschweinen – immer aufmerksam, immer auf der Hut. Denn auch eine Königskobra wie ich hat Fressfeinde, wie den Schlangenadler, der seine Jungen gerne mit giftigen Leckerbissen wie mir füttert.
Heute war ein Tag voller Abenteuer. Mein schlanker Körper misst etwas über drei Meter, vielleicht noch etwas mehr, aber das beeindruckt hier niemanden. Der Dschungel ist ein Ort, der von Überlebenskünstlern wimmelt. Versucht mal, euch mit einer flatternden Bangkok-Krähe anzulegen – die lachen einfach über euch! Während sie mich vom Ast aus beobachtete, warf sie mit einer Frucht nach mir – vom Wahnsinn, diese Krähen! Deswegen bleibe ich meist auf dem Boden unterwegs. Heute bin ich allerdings einem alten Freund begegnet: Tamaru, einem Agamen-Männchen. Er hat die witzige Angewohnheit, sich in der Sonne aufzuwärmen, als wäre er irgendein Kino-Star.
Tamaru erzählte mir, dass eine Gruppe Frösche in seinem kleinen Tümpel so etwas wie ein Wettrennen veranstaltet. Ob ich mitmachen möchte? Ich zischte belustigt. "Ich? Königskobra? Beim Froschhüpfen?" Doch ganz insgeheim war ich neugierig. Deshalb ließ ich Tamaru voranschreiten und glitt lautlos hinter ihm her. Der Tümpel war schattig und kühl, umringt von Orchideen und kleinen Setzlingen. Was für ein seltsamer Wettkampf. Als ich ankam, sah ich einige Feuerspinnen, die vom Rand aus zuschauten. Andere Tiere waren gekommen, manche jubelten, andere lachten. Wie in einem Stadion!
Natürlich war ich nicht hier, um an einem Froschwettlauf teilzunehmen. Aber ich liebe Herausforderungen! "Vielleicht kann ich die Frösche etwas aufmischen", dachte ich mir. Und genau das tat ich. Doch ich benutzte nicht meine bezahnsschwingenden Kräfte. Stattdessen schlängelte ich mich seitlich durch das Ufer und richtete mich auf, um den jungen Fröschen Mut zuzumachen. Ein Frosch, der etwas zögern schien, sprang prompt, als er meinen Blick bemerkte! Mein Beitrag war ihre "Extra-Motivation" ... und vielleicht ein kleines bisschen Ehrfurcht.
Am Ende gewannen die Frösche das Rennen gegen sich selbst. Ich rief mit einem wohlmeinenden Zischen herüber: "Das Leben ist wie ein Sprung, Freunde. Sorgfältig zielen und dann loslassen!" Das brachte Tamaru nervös zum Kichern. Bevor ich weiterzog, sammelte ich, wie immer, einen kleinen Vorrat an Energie. Ein glitschiger, angriffslustiger Frosch zu viel macht mich zumindest bis morgen satt. So gleitet das Alltagsleben seine Rillen zwischen Boden.
| Name: | Königskobra |
| Wissenschaftlicher Name: | Ophiophagus hannah |
| Gewicht: | Bis 6 kg |
| Maße: | bis zu 5,5 m Länge |
| Lebensalter: | Bis 20 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Mangroven, Bambusdickichte und Flussnähe in Süd- und Südostasien |
| Geschwindigkeit: | bis 20 km/h (im Anfriff) |
Die Königskobra ist die längste Giftschlange der Welt und kann bis zu 5,5 Meter lang werden. Sie lebt in den Wäldern und Feldern Südostasiens und ist leicht an ihrer beeindruckenden Erscheinung zu erkennen. Wenn sie sich bedroht fühlt, kann sie ihren Hals zu einer Haube spreizen und macht ein bedrohliches Zischen. Königskobras fressen hauptsächlich andere Schlangen, manchmal sogar andere Kobras.
Königskobras haben ein olivgrünes, braunes oder schwarzes Schuppenmuster mit helleren Streifen oder Flecken. Sie sind tagaktiv und haben ein ausgezeichnetes Sehvermögen, das ihnen hilft, ihre Beute zu finden. Neben Schlangen fressen sie gelegentlich auch kleine Säugetiere, Vögel und Echsen. Trotz ihrer Gefährlichkeit sind Königskobras eher scheu und greifen Menschen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen.
Das Gift der Königskobra ist sehr stark und kann das Nervensystem ihrer Beute lähmen. Ein Biss kann für Menschen gefährlich sein, daher ist es wichtig, bei einem Biss sofort medizinische Hilfe zu holen. Königskobras spielen eine wichtige Rolle in der Natur, indem sie die Anzahl anderer Schlangen kontrollieren. Sie sind auch die einzigen Schlangen, die ein Nest bauen und ihre Eier bewachen, bis die Jungen schlüpfen.