Mein Name ist Borstl, und ja, ich bin ein Wildschwein. Manche nennen uns Schwarzkittel, aber ehrlich gesagt, finde ich meinen Namen viel eleganter. Ich wohne in einem schönen Buchenmischwald, irgendwo in Mitteleuropa. Mein Zuhause hier ist großartig: Es gibt weiche Laubböden zum Wühlen, herrlich schattige Ecken für heiße Sommertage und viele Leckereien, die man überall finden kann – von Eicheln und Bucheckern bis zu saftigen Wurzeln. Hinter der alten, moosbewachsenen Eiche, einem unserer Treffpunkte, fängt ein kleiner Bach an, der so klar ist, dass ich manchmal mein Spiegelbild darin betrachten kann. „Borstl, was für ein prachtvoller Kerl du bist!“, grunzte ich neulich selbstzufrieden, als ich mir im Bach ein paar Matschflecken vom Gesicht wuschen wollte. Aber heute wird kein fauler Tag. Heute habe ich ein wirklich kitzeliges Gefühl in meinen Borsten – da liegt etwas Aufregendes in der Luft!
Die Sonne steht noch tief, und die Nebelschwaden tanzen zwischen den Bäumen wie kleine Gespenster. Meine beste Freundin Schnuffel, eine junge Wildschweindame, wuselt schon ganz aufgeregt umher. Sie hat einen besonderen Spürsinn für Abenteuer, und heute hat sie eine Fährte gefunden, die nach Spuren unseres Erzfeindes riecht: dem Fuchs. Eigentlich lassen wir uns nicht groß von Füchsen beunruhigen; die sind viel zu klein, um wirklich gefährlich zu sein. Aber dieser hier scheint ein besonders pfiffiger Bursche zu sein. Er hat die Vorräte von Hansi, unserem Dachsfreund, durcheinandergebracht. „Kommt, wir erwischen ihn!“ grunzte Schnuffel entschlossen, den Boden durchwühlend. Aufgeregt nahm ich die Witterung auf. Der Duft war frisch, und ein kleines Abenteuer am Morgen konnte nicht schaden.
Wir folgten den Spuren tiefer ins Dickicht. Die Sonne kroch allmählich höher, und der Nebel wich den warmen Strahlen. Der Wald summte vor Energie: Über uns flatterte ein Kleiber und pickte Insekten von der Rinde, während am Boden eine flink huschende Spitzmaus in ihren Bau verschwand. „Hier entlang!“, rief ich und trabte los. Wenig später fanden wir an einer vermoosten Wurzel ein paar verkratzte Eierschalen – eine seltene Delikatesse, die der Fuchs wohl genüsslich verputzt hatte. Zum Glück war Hansi nirgendwo zu sehen – er hätte sich über die Unordnung sicher tierisch geärgert. Doch plötzlich stoppte ich und verharrte still. Ein Rascheln durchbrach die Stille, gefolgt von einem weichen Knacken. „Da ist er!“, flüsterte Schnuffel, und wir schlichen vorsichtig weiter.
Hinter einem Busch mit saftigen Brombeerblättern entdeckten wir ihn schließlich: den Fuchs, der genüsslich in einem Vogelnest stöberte (die Vögel waren längst geflohen). Doch hier machte ich einen erstaunlichen Fund. Der Fuchs hatte keine Vorräte gestohlen – er hatte ein Kunstwerk gebaut! Aus Tannenzapfen, Moosen und Stöcken war eine Art kleines Nest entstanden. „Er ist harmlos,“ sagte ich leise zu Schnuffel. „Vielleicht bastelt er ein Schlafzimmer!“. Wir beschlossen, den Fuchs nicht zu stören. Stattdessen machten wir uns auf den Rückweg, nicht ohne vorher ein Nickerchen auf einem sonnigen Hang einzulegen. Der Tag hatte ganz anders geendet, als ich es erwartet hatte – kein Fuchsfang, aber dafür ein spannendes Abenteuer und eine Lektion, dass manches erst auf den zweiten Blick so recht Sinn ergibt.
| Name: | Wildschwein |
| Wissenschaftlicher Name: | Sus scrofa |
| Gewicht: | 50-90 kg |
| Maße: | 120-180 cm Länge, 70-100 cm Schulterhöhe |
| Lebensalter: | Bis 10 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Sumpfgebiete |
| Geschwindigkeit: | 40 km/h |
Das Wildschwein ist ein kräftiges und anpassungsfähiges Tier, das in vielen Wäldern und Landschaften Europas, Asiens und Nordafrikas lebt. Wildschweine haben einen stämmigen Körper, kurze Beine und ein dickes, borstiges Fell, das je nach Jahreszeit und Umgebung variiert. Sie sind bekannt für ihre Schnauze, die sie geschickt zum Graben und Wühlen im Boden einsetzen.
Wildschweine sind Allesfresser, was bedeutet, dass sie fast alles fressen können. Ihre Ernährung umfasst Wurzeln, Früchte, Samen, Insekten, kleine Tiere und sogar Aas. Besonders gerne wühlen sie im Boden nach Nahrung und können dabei große Flächen umgraben. Dieses Verhalten hilft, den Boden zu belüften und Samen zu verbreiten, was wiederum der Natur zugutekommt.
Wildschweine leben in Familiengruppen, die Rotten genannt werden. Diese bestehen meistens aus Weibchen, die Bachen genannt werden, und ihren Frischlingen, den Jungtieren. Die männlichen Wildschweine, auch Keiler genannt, leben oft allein oder in kleinen Gruppen, bis zur Paarungszeit, wenn sie sich den Rotten anschließen. Wildschweine sind sehr sozial und kommunizieren durch verschiedene Geräusche, wie Grunzen und Quieken. Obwohl sie normalerweise scheu sind, können sie aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Jungen schützen wollen. Wildschweine spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie zur Verbreitung von Pflanzen beitragen und den Boden umgraben.