Mein Name ist Fred. Fred der Weiße Hai. Ich lebe im weiten Blau des südlichen Pazifiks, wo das Wasser glasklar ist und manchmal so warm, dass es sich fast wie eine Umarmung anfühlt. Aber keine Sorge, ich bin ein ganz normaler Weißer. Kein gefräßiges Ungeheuer, wie uns oft erzählt wird. Wir Weißen Haie haben einfach einen großen Appetit, weil wir viel Energie brauchen, um durch dieses riesige Meer zu schwimmen. Meine besten Tage sind die, an denen ich in der Morgensonne über Korallenriffe hinweggleite. Dort trifft man die unterschiedlichsten Meeresbewohner – Schildkröten, Thunfische und manchmal auch Delfine, die immer so tun, als wären sie die Schnellsten im Ozean.
Heute begann alles wie ein ganz normaler Tag. Ich folgte meiner Nase – pardon, meiner Seitenlinie, einem Spezialorgan, mit dem ich feinste Wasserbewegungen spüre – um kalte Strömungen zu finden. Da jagt es sich leichter! Plötzlich sah ich sie: Stella, den majestätischen Adlerrochen. Stella und ich kennen uns schon seit fast einem Jahr. Sie hat wunderschöne, dunkle Punkte auf ihren Flügeln, und obwohl sie so elegant gleitet, ist sie fast so frech wie ein kleiner Makrelenhai. "Hey Fred!", rief sie mir zu. "Hast du Lust, bei den Felsen südlich vom Riff ein paar leckere Makrelen zu jagen?" Ich nickte – so eine Einladung schlug ich nie aus.
Wir glitten gemeinsam durchs Wasser, als Stella abrupt stoppte. "Siehst du das?", flüsterte sie. Ich schaute nach rechts und entdeckte eine große, dunkle Silhouette – einen Orca. Mein Herz schlug schneller. Orcas sind die einzigen Tiere, vor denen sogar wir Weiße Haie Respekt haben. Stella und ich entschieden, uns nah am Boden zu halten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Wir atmeten beide leise auf, als er gemächlich vorbeizog – scheinbar mehr am Wimmelhof an kleinen Fischschwärmen interessiert als an uns. "Puh, das war knapp!", sagte Stella und lächelte. "Manchmal hilft es, wenn man sich auf seine besten Freunde verlassen kann."
Nach dem kleinen Schreck erreichten wir endlich die Felsen, und Stella führte mich zu einer Wolke aus Makrelen. Das war ein Festmahl! Ich genoss die Jagd – das blitzartige Bewegen, das Spüren der Muskeln und der Triumph, wenn ich eine erwischte. Stella hatte wieder einmal den richtigen Riecher bewiesen, und ich bedankte mich mit einem breiten Haigrinsen. Die besten Freunde halten eben nicht nur zusammen, wenn es gefährlich wird, sondern teilen auch die besten Momente. Der Tag ging langsam zu Ende, das Blau des Wassers wurde dunkler, und so machten wir uns auf den Heimweg. Stella schlug natürlich wieder ein paar Kunststücke vor, aber ich musste lächeln und absagen – ein schwerer Hai braucht schließlich seinen Schlaf.
Ein Weißer Hai kann mit einem einzigen Biss bis zu 14 Kilogramm Beute verschlingen. Trotz seiner Grösse bevorzugt er aber oft kleinere Snacks und verwendet seine Zähne wie Messer, die er nachwachsen lassen kann – ein Hai kann in seinem Leben über 20.000 Zähne verlieren und ersetzen!
| Name: | Weißer Hai |
| Wissenschaftlicher Name: | Carcharodon carcharias |
| Gewicht: | bis 2000 kg |
| Maße: | bis zu 6,40 Meter |
| Lebensalter: | 73 Jahre |
| Lebensraum: | Weltweit in gemäßigten Regionen, im Winter auch in subtropischen und tropischen Meeren. |
| Geschwindigkeit: | 60 km/h |
Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist einer der bekanntesten und gefürchtetsten Meeresräuber. Diese Haie können beeindruckende Größen von bis zu 6 Metern erreichen und mehr als 2000 Kilogramm wiegen, wobei einige Exemplare sogar noch größer werden können. Ihr charakteristisches grau-weißes Farbmuster ermöglicht es ihnen, sich beim Angriff von unten an ihre Beute zu schleichen, was sie aus der Tiefe schwer erkennbar macht.
Weiße Haie sind in fast allen küstennahen Gewässern über die Ozeane verteilt und bevorzugen kältere Gewässer. Als Spitzenprädator stehen sie ganz oben in der Nahrungskette und ernähren sich hauptsächlich von Fischen, Robben, kleineren Walen und Meeresvögeln. Ihre Jagdmethoden sind effektiv und oft spektakulär, einschließlich hoher Sprünge aus dem Wasser.
Trotz ihres gefährlichen Rufs spielen Weiße Haie eine vitale Rolle im marinen Ökosystem. Sie helfen, die Populationen von Meeressäugern in Schach zu halten und tragen so zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts in ihren Lebensräumen bei. Ihre Präsenz sorgt dafür, dass schwächere Individuen entfernt werden, was die Gesundheit und Stärke der Meeresgemeinschaften fördert.