Hallo, ich bin Octavia, und wenn du mich sehen könntest, würdest du mich vielleicht kaum erkennen! Ich bin nämlich eine Oktopodin – das ist so etwas wie ein weiblicher Oktopus – und ich kann mich meisterhaft tarnen. Meine acht Arme, die mit unzähligen kleinen Saugnäpfen gespickt sind, gleiten gerade über den sandigen Boden, während meine Haut die Körnchen in der Umgebung so perfekt nachahmt, dass ich fast unsichtbar bin. Doch bleib bei mir, ich nehme dich mit in meine Welt, das Reich unter den Wellen, tief unten im Ozean, wo das Wasser kühl ist und das Licht sanft flimmert.
Mein Zuhause ist ein gemütlicher kleiner Unterschlupf zwischen den Riffen, irgendwo im Indischen Ozean. Hier, zwischen bunten Korallen, Seeanemonen und Seegras, fühlt sich die Wassertemperatur meist angenehm an – so etwa 22 bis 28 Grad Celsius. Mit meinem Lieblingssnack, einer knackigen Krabbe, kuschle ich mich nach jeder Mahlzeit gern in meinen Unterschlupf zurück. Nun, zumindest bis heute. Mein sonst so ruhiges Versteck wird nämlich gerade von einem Geschrei aufgeschreckt, das durch das Wasser dringt. Es klingt wimmernd – jemand braucht Hilfe, das ist klar. Lange überlegen muss ich nicht. Ruck, zuck krieche ich hinaus und lasse meine Arme grazil durchs Wasser gleiten, während ich den Geräuschen folge. Was wohl geschehen ist?
Als ich näher herankomme, sehe ich einen kleinen Kugelfisch, der sich mit seinen Flossen an einem Stück Plastik verfangen hat. Sein Körper ist wild aufgepumpt, und er sieht sowohl verängstigt als auch gereizt aus. "Hilfe! Hilfe!", piepst er zwischen den Blasen, die er ausstößt. "Bitte, ich komme nicht frei!" Vorsichtig gleite ich näher und mustere die Situation. „Bleib ganz ruhig“, sage ich sanft, während ich meine Arme ausstrecke. Es braucht Fingerspitzengefühl, oder besser gesagt „Armenspitzengefühl“, um den scharfen Plastikfaden zu entfernen, aber ich bin bekannt für meine Geschicklichkeit. Langsam, Zug um Zug, wickele ich das Plastik ab. „Geschafft“, sage ich, als ich das letzte Stück fortziehe. »Du solltest besser aufpassen! Hier unten ist Plastikmüll echt gefährlich.« Der kleine Kugelfisch nickt zerknirscht und bedankt sich überglücklich, bevor er mit einem letzten entschuldigenden Gluckser ins Seegras davonzieht.
Auf dem Rückweg zu meinem Versteck lasse ich meine Gedanken schweifen. Es ist traurig, wie viel Müll immer mehr in unseren Lebensraum eindringt. Kaum zu glauben, dass die Lebewesen oberhalb der Wasserlinie oft nicht daran denken, was ihr Abfall mit uns hier unten anstellt. Trotzdem, in Momenten wie diesen weiß ich, dass ich helfen kann – und das macht mich stolz. Doch bevor ich mich endgültig zurückziehen kann, vernehme ich abermals Geräusche. Dieses Mal ist es ein Panzerknacker-Krebs, der verzweifelt gegen ein fest verkeiltes Muschelgehäuse klopft. Na toll, ein weiterer Wildfang in Not. Und ehe ich es mir versehe, ziehe ich schon wieder los, um zu helfen. Das Leben eines Oktopus' ist eben voller Überraschungen!
| Name: | Oktopus |
| Wissenschaftlicher Name: | Octopus vulgaris |
| Gewicht: | ca. 3-10 kg |
| Maße: | ca. 30-90 cm lang, Armspannweite ca. 1-3 m |
| Lebensalter: | ca. 1-2 Jahre |
| Lebensraum: | Meere und Ozeane weltweit, vor allem in Küstennähe |
| Geschwindigkeit: | ca. 10 km/h |
Der Oktopus ist ein faszinierendes Meereslebewesen, das zur Klasse der Kopffüßer gehört und in vielen Ozeanen der Welt vorkommt. Oktopusse haben weiche, sackartige Körper und acht lange Arme, die mit Saugnäpfen bedeckt sind. Diese Arme sind äußerst flexibel und stark, was dem Oktopus ermöglicht, sich geschickt zu bewegen und Beute zu fangen.
Oktopusse sind äußerst intelligent und besitzen die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Sie können Farben und Texturen ändern, um sich ihrer Umgebung anzupassen und sich vor Fressfeinden zu verstecken. Diese Tarnfähigkeiten werden durch spezielle Hautzellen ermöglicht. Oktopusse sind auch dafür bekannt, Tintenwolken auszustoßen, um Räuber zu verwirren und zu entkommen.
Oktopusse ernähren sich hauptsächlich von Krabben, Muscheln, Fischen und anderen kleinen Meerestieren. Sie jagen meist nachts und nutzen ihre scharfen Schnäbel, um ihre Beute zu töten und zu fressen. Oktopusse leben in Höhlen oder Ritzen und sind Einzelgänger. Trotz ihrer kurzen Lebensdauer von etwa ein bis zwei Jahren sind sie faszinierende Geschöpfe, die durch ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit beeindrucken.