Hallo, ich heiße Orla, und ich bin eine Oktopus-Dame. Genauer gesagt bin ich ein Octopus vulgaris, aber das klingt so steif, oder? Orla reicht völlig. Ich wohne in einer heimeligen Höhle im warmen Mittelmeer. Der Eingang ist gut versteckt hinter einem großen Braunalgenbusch, und ich habe die perfekte Aussicht auf einen Teppich aus Seegras. Es ist ein schönes Zuhause. Manchmal denke ich, dass ich gar nicht woanders sein will. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht ab und zu von der Strömung zu einem kleinen Abenteuer treiben lassen würde – so wie heute!
Wenn du wüsstest, wie neugierig ich bin. Ich habe acht flinke Arme, und jeder davon hat 240 Saugnäpfe, die mir helfen, jede Ecke und Nische genau zu erkunden. Heute zog mich ein glitzerndes Etwas in der Ferne an – es funkelte so stark, dass sogar ein kleiner Schwarm Sardinen in naher Panik darüber hinwegflitzte. Mein Herz flatterte vor Aufregung, also zog ich mich mit kräftigen Armbewegungen durch die dichten Seegraswiesen nach vorne, immer näher an das Licht heran. Dabei bemerkte ich gar nicht, wie der Sand unter mir leise beiseitegeschoben wurde. Bevor ich mich versah, zischte eine Moräne aus ihrem Versteck hervor! Ihre leuchtend gelben Augen blitzten, und sie schnappte nach mir.
Zum Glück bin ich schnell. Blitzschnell! Innerhalb eines Augenblicks war ich zehn Meter weiter, dicht umgeben von meiner Tintenwolke. Die Moräne knurrte enttäuscht, und ich hörte ihr Fauchen in der Ferne. Es war knapp, aber hey, wenn man wie ich keine Knochen hat, ist man äußerst flink. Danach schwamm ich erst einmal in sicherer Entfernung weiter – direkt in den Schatten eines gigantischen Posidoniafeldes. Zwischen den dichten Seegrasblättern fühlte ich mich geschützt. Dorthin verirren sich nur selten größere Räuber.
„Orla, was machst du diesmal wieder für Aufruhr?“ hörte ich eine Stimme rufen. Mein Freund Seri, ein kleiner, neugieriger Einsiedlerkrebs, krabbelte eilig über einen Felsen, der mit Meeresschnecken gesprenkelt war. Seri hat ein Herz aus Gold, aber ich vermute, er denkt manchmal, dass ich mehr Glück als Verstand habe. „Eine Moräne, kannst du das glauben? Sie stand direkt vor meinem liebsten Abenteuerplatz!“ erwiderte ich atemlos. Seri schüttelte seinen Panzerkopf. „Eines Tages, Orla, wirst du in Schwierigkeiten geraten, und niemand wird mehr in der Nähe sein, um dir zu helfen!“ Ich musste lachen. Seri meint das natürlich nicht böse, aber er kann nicht verstehen, dass meine Abenteuerlust und mein Forscherdrang einfach ein Teil von mir sind.
Ich konnte Seri überreden, mich noch ein Stück zu meinem glitzernden Fund zu begleiten – sicher ist sicher. Wir schlüpften zwischen den Seegrashalmen hindurch und erreichten schließlich das funkelnde Geheimnis. Es war ein Stück Bernstein, das die Sonne in goldenen Strahlen durch das Wasser strahlen ließ. „Wow“, murmelte Seri. Selbst er war beeindruckt. „Wie wunderschön“, fügte er hinzu. Ich nickte zustimmend und hob den Bernstein ganz behutsam mit einem meiner Arme in die Höhe. Es fühlte sich gut an, etwas so Besonderes in den Tentakeln zu halten, aber gleichzeitig wusste ich, dass es nichts für mich war. Also ließ ich es mit einem leisen „Blubb“ in den Sand sinken und sah zu, wie es dort zwischen Muscheln und kleinen Steinen zur Ruhe kam. Manchmal ist es besser, Dinge einfach zu bewundern, ohne sie zu behalten.
Seri blickte mich an – und ich ihn. „Es ist lustig“, sagte er schließlich, „wie du immer auf der Suche nach dem Glänzenden da draußen bist, während ich zufrieden bin, wenn ich einen vernünftigen Platz für mein Schneckenhaus finde.“ Ich lachte leise. „Aber deswegen passen wir ja so gut zusammen, Seri. Du bringst mich zurück zur Erde, und ich zeig' dir, dass da draußen mehr ist, als das, was man auf den ersten Blick sieht.“
...ein Oktopus drei Herzen hat? Zwei pumpen Blut durch die Kiemen, während das dritte den Rest des Körpers versorgt. Interessanterweise stoppt das Herz, das den Körper versorgt, wenn ein Oktopus schwimmt, um Energie zu sparen!
| Name: | Oktopus |
| Wissenschaftlicher Name: | Octopus vulgaris |
| Gewicht: | ca. 3-10 kg |
| Maße: | ca. 30-90 cm lang, Armspannweite ca. 1-3 m |
| Lebensalter: | ca. 1-2 Jahre |
| Lebensraum: | Meere und Ozeane weltweit, vor allem in Küstennähe |
| Geschwindigkeit: | ca. 10 km/h |
Der Oktopus ist ein faszinierendes Meereslebewesen, das zur Klasse der Kopffüßer gehört und in vielen Ozeanen der Welt vorkommt. Oktopusse haben weiche, sackartige Körper und acht lange Arme, die mit Saugnäpfen bedeckt sind. Diese Arme sind äußerst flexibel und stark, was dem Oktopus ermöglicht, sich geschickt zu bewegen und Beute zu fangen.
Oktopusse sind äußerst intelligent und besitzen die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Sie können Farben und Texturen ändern, um sich ihrer Umgebung anzupassen und sich vor Fressfeinden zu verstecken. Diese Tarnfähigkeiten werden durch spezielle Hautzellen ermöglicht. Oktopusse sind auch dafür bekannt, Tintenwolken auszustoßen, um Räuber zu verwirren und zu entkommen.
Oktopusse ernähren sich hauptsächlich von Krabben, Muscheln, Fischen und anderen kleinen Meerestieren. Sie jagen meist nachts und nutzen ihre scharfen Schnäbel, um ihre Beute zu töten und zu fressen. Oktopusse leben in Höhlen oder Ritzen und sind Einzelgänger. Trotz ihrer kurzen Lebensdauer von etwa ein bis zwei Jahren sind sie faszinierende Geschöpfe, die durch ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit beeindrucken.