Mein Name ist Farbluchs, und ja, ich bin ein echtes Pfauenauge – ein Schmetterling mit prachtvollen Augenflecken auf den Flügeln. Und bevor du fragst: Nein, Luchs bin ich keiner. Ich habe einfach nur eine Vorliebe für lautmalerische Namen. Heute erzähle ich dir eine Geschichte, die nicht nur durch die saftigen Brennnesselfelder führt, die ich Zuhause nenne, sondern auch durch die Zeit – ein Thema, das ich erst kürzlich entdeckt habe.
Mein Abenteuer begann an einem spätsommerlichen Nachmittag im Wald. Die Luft war warm und duftete nach feuchtem Laub. Ein kühler Schatten bot eine perfekte Rast im Dickicht unter einem Brombeerstrauch. Ich war mit Freunden unterwegs: der flatterhafte Admiral namens Fanni und der behäbige Zitronenfalter Zitrus. Beide leben, wie ich, in einem Lebensraum voller hoher Gräser, Wildkräuter und dichtem Unterholz. „Farbluchs, warum sind deine Flügel so bunt?“ fragte Zitrus mit seiner gewohnten Gelassenheit. Natürlich wusste ich, dass meine Augenflecken mich vor hungrigen Vögeln schützen. Wer möchte schon mit einem wütenden Raubvogel konfrontiert werden?
Doch bevor ich antworten konnte, störte ein seltsames Flimmern meine Gedanken. Ein goldenes Licht schlängelte sich zwischen den Gräsern und wirbelte wie eine Spirale. „Was ist das?“ rief Fanni, und zack – ich war mittendrin. Meine Flügel fühlten sich leichter an als je zuvor, und plötzlich sah ich keine grüne Landschaft um mich, sondern einen fremden, kalten Ort. Ich landete auf einem eisigen Baumstamm. „Wann… wo bin ich?“ flüsterte ich mir selbst zu. Ein kleiner Walnussbaum hatte sich unter Frost gebeugt – das war kein erkenntlicher Sommerwald mehr.
Ein ortskundiges Rotkehlchen, das sich skeptisch beäugte, kam näher. „Du bist in der Vergangenheit, Kleiner. Das hier ist ein eiskaltes Frühjahr der Eiszeiten.“ Viel konnte ich in diesem Lebensraum nicht finden: nur karge Sträucher, wenige Kräuter und eisige Böden. Mein Herz raste. Eine Zeitreise? War das möglich? Ich flog vorsichtig weiter und bemerkte etwas: die Welt mag anders wirken, doch auch hier täuschten meine Augenflecken hungrige Blaumeisen. Ich fehlte der modernen Wärme und wollte heimkehren.
Da fiel mir das goldene Licht wieder auf. Ich flatterte ihm entgegen und plötzlich war ich zurück: im warmen Nass des Sommerwaldes. „Farbluchs, du bist verschwunden!“ rief Fanni. „Niemals wieder werde ich Zeitreisen unterschätzen“, sagte ich und betrachtete mein funkelndes Zuhause, das mir fremd und doch vertraut vorkam. Doch ich würde nie vergessen, wohin die Zeit reisen kann – und warum unser Lebensraum so wichtig ist.
| Name: | Pfauenauge |
| Wissenschaftlicher Name: | Aglais io |
| Gewicht: | ca. 0,1-0,2 g |
| Maße: | ca. 5-6 cm Flügelspannweite |
| Lebensalter: | ca. 1 Jahr |
| Lebensraum: | Wiesen, Gärten, Wälder, Parks |
| Geschwindigkeit: | ca. 8 km/h |
Das Pfauenauge ist ein farbenfroher Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae), der in Europa und Teilen Asiens weit verbreitet ist. Es ist leicht an seinen auffälligen Flügeln zu erkennen, die große, augenähnliche Flecken aufweisen. Diese "Augen" dienen als Abschreckung gegen Fressfeinde, indem sie potenzielle Angreifer irritieren und abschrecken.
Pfauenaugen sind besonders in Gärten, Wiesen und Waldrändern anzutreffen, wo sie sich von Nektar ernähren. Sie bevorzugen Blumen wie Brennnesseln, Disteln und andere Nektarpflanzen. Die Raupen des Pfauenauges sind schwarz mit weißen Punkten und leben hauptsächlich auf Brennnesseln, die ihre Hauptnahrungsquelle darstellen.
Dieser Schmetterling durchläuft mehrere Generationen pro Jahr und kann während der Sommermonate häufig beobachtet werden. Im Herbst suchen sich die ausgewachsenen Pfauenaugen geschützte Plätze, um den Winter in einer Art Winterruhe zu überdauern. Sie verstecken sich oft in Gebäuden, Baumhöhlen oder unter Rinden. Das Pfauenauge ist nicht nur ein schönes Beispiel für die Vielfalt der Schmetterlingswelt, sondern auch ein wichtiger Bestäuber und Bestandteil des Ökosystems.