Mein Name ist Melina Mäusefüßchen, und ich wohne im schönsten Stückchen Wald, das ihr euch vorstellen könnt! Es duftet hier jeden Morgen nach feuchtem Moos, und das Blätterdach über mir schimmerte wie grüne Sterne. Mein Zuhause ist ein ordentlich gegrabenes Bauwerk unter den Wurzeln einer mächtigen alten Buche – warm und sicher vor Regen und kalten Winden. Auch meine Familie lebt hier; wir sind ein ständiges Trippeln und Wuseln. Doch jetzt, wo ich älter bin, erkunde ich gerne meine Umgebung allein. Immer mit einem aufmerksamen Blick, denn die Welt ist voller Eulen, Füchse und Wiesel, die uns Waldmäusen nachstellen.
Eines Frühherbsttages stolperte ich beim Sammeln von Bucheckern über etwas Merkwürdiges: eine kleine, glänzende Murmel mit seltsamen Einkerbungen darauf. Als ich sie berührte, fühlte ich plötzlich ein Kribbeln, und der Wald um mich herum begann, sich zu verändern. Die Blätter färbten sich langsam golden und fielen schneller ab, der Wind wurde kräftiger, und – noch seltsamer – ich konnte durch die Fenster eines alten Bauernhofs im Wald Menschen sehen! Sie trugen ganz andere Kleidung, so eine Art seltsam lange Hemden und Röcke, und ein Junge hackte Holzbretter mit einem Werkzeug, das ich noch nie gesehen hatte. Was ist das hier?
Neugierig begleitete ich die Veränderungen. Meine kleine Murmel blieb dabei warm in meiner Pfote. Ist das wirklich eine Zeitreise? Ich versteckte mich hinter einer knorrigen Eiche und beobachtete weiter. Die Menschen aus vergangenen Zeiten schienen kein Auto oder moderne Dinge zu besitzen. Sie redeten und lachten laut, während eine Katze auf der Mauer des Hofes faul ihre Pfoten leckte. Ich hielt Abstand – ich habe schon von Katzen gehört, und mir ist klar, dass sie uns Mäusen gefährlich werden können. Doch sie schien diese Menschen zu mögen und ignorierte mich schlicht.
Nach einer Weile verwandelte sich der Wald plötzlich wieder, das goldene Laub verschwand, und ich wusste: Ich war zurück in meiner Zeit. Mein Herz schlug wild vor Entdeckerfreude, aber auch ein wenig Angst, denn ich hatte nicht erwartet, dass ein einfacher Gegenstand mich in eine andere Welt mitnehmen könnte. Die Murmel rollte aus meiner Pfote und schien plötzlich jegliche Kraft zu verlieren. Jetzt lag sie wie ein gewöhnlicher Stein im Laub. Was für ein Abenteuer – ich habe nicht nur etwas über die Vergangenheit gelernt, sondern auch, dass unsere Welt voller seltsamer Geheimnisse steckt, die noch erforscht werden müssen.
Zurück an meiner Buche erzählte ich meiner Familie nichts von der merkwürdigen Reise. Würden sie mir glauben? Vielleicht behalte ich mein Geheimnis. Aber ganz sicher werde ich in den nächsten Tagen neue Abenteuer erleben – denn der Wald ist aufregend und nie langweilig. Mit einem Stückchen Bucheckern in meiner Pfote machte ich es mir in meinem Bau gemütlich und hörte den Eulen draußen bei ihrem nächtlichen Ruf zu.
| Name: | Waldmaus |
| Wissenschaftlicher Name: | Apodemus sylvaticus |
| Gewicht: | ca. 15-35 g |
| Maße: | ca. 8-10 cm, Schwanzlänge ca. 7-9 cm |
| Lebensalter: | ca. 1-2 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Wiesen, Gärten |
| Geschwindigkeit: | ca. 13 km/h |
Die Waldmaus ist ein kleines Nagetier, das in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet ist. Sie bevorzugt bewaldete Gebiete, kann aber auch in Gärten, Hecken und Feldern vorkommen. Die Waldmaus ist für ihre großen Augen und Ohren sowie ihren langen Schwanz bekannt, der fast die gleiche Länge wie ihr Körper erreicht. Ihre Fellfarbe variiert von rötlich-braun bis grau-braun, wobei der Bauch heller ist.
Waldmäuse sind nachtaktiv und nutzen ihre großen Augen und Ohren, um sich in der Dunkelheit zu orientieren und nach Nahrung zu suchen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen, Nüssen, Beeren und Insekten. Im Herbst sammeln und speichern sie Nahrung, um sich auf den Winter vorzubereiten. Ihre Vorratslager befinden sich oft in unterirdischen Bauen, die sie selbst graben, oder in natürlichen Verstecken wie Baumhöhlen und Wurzeln.
Die Waldmaus spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie als Beute für viele Raubtiere dient, darunter Eulen, Füchse und Schlangen. Gleichzeitig trägt sie zur Verbreitung von Samen und zur Belüftung des Bodens bei, indem sie gräbt und ihre Nahrungsvorräte anlegt. Trotz ihrer scheuen Natur und der Tatsache, dass sie oft unbemerkt bleibt, ist die Waldmaus ein wesentliches Glied in der Nahrungskette und der Waldökologie.