Ich heiße Malina, und ich bin eine Waldmaus. Meine Heimat ist der dichte Laubwald mit seinen mächtigen Eichen und den rauschenden Buchen. Die Erde ist hier weich, durchzogen von Wurzeln, und der Duft von Moos und warmem Blattwerk erfüllt die Luft. Hier fühle ich mich sicher, auch wenn ich weiß, dass überall Gefahren lauern – Füchse, Eulen und selbst die flinke Ringelnatter. Aber für eine kleine Waldmaus wie mich gehört das dazu. Ich bin immer auf der Hut und liebe es, die Geheimnisse des Waldes zu erkunden. Heute jedoch schien etwas anders zu sein. Es lag ein Regen in der Luft, und die Dämmerung war dichter und geheimnisvoller als gewöhnlich. Es war, als hätte der Wald beschlossen, mir ein Rätsel aufzugeben.
Mein Bauch knurrte leise. Höchste Zeit, auf Nahrungssuche zu gehen. Meine liebsten Leckerbissen sind Samen, Eicheln und Beeren. Unter den Eichen finde ich oft Vorräte, die andere Tiere übersehen haben, und auch heute hoffte ich, mein Lager wieder ein bisschen zu füllen. Vorsichtig trippelte ich über die weiche Erde, meine Ohren immer hoch aufgestellt. Plötzlich raschelte es im Laub vor mir. Ich hielt den Atem an und duckte mich ins Unterholz. Ein Schatten huschte vorbei – es war nur Tina, das flinke Rotkehlchen. „Malina, du kannst hervorkommen! Es ist nur ein Abendwind“, rief sie mit einem fröhlichen Zwitschern, und ich atmete erleichtert aus. Doch irgendetwas in mir blieb wachsam. Waren wirklich nur wir beide hier unterwegs?
Ich hatte kaum Zeit, über diese Frage nachzudenken, als ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel bemerkte. Zwischen den Schlingen der Brombeeren schob sich ganz leise etwas vorwärts. Ich drückte mich flach auf den Boden, mein Herz klopfte wie wild. Es war Rufus, der Fuchs! Sein rötliches Fell leuchtete noch im schwachen Licht der untergehenden Sonne, und seine bernsteinfarbenen Augen suchten aufmerksam das Feld ab. „Nicht bewegen, nicht bewegen“, flüsterte ich mir selbst zu. Rufus war schlau, aber ich war klein und flink. Dennoch konnte ich nur hoffen, dass der Wind meinen Geruch in die andere Richtung trug. Mutter hatte mir immer gesagt, dass es in solchen Momenten am wichtigsten sei, Ruhe zu bewahren. Ich hielt still wie ein Blatt im Wind, bis Rufus sich schließlich abwandte und in den dichten Wald verschwand. Ich zitterte leicht, aber ich war sicher: Heute würde ich besonders vorsichtig sein müssen.
Mein Weg führte mich schließlich an eine Lichtung. Hier gab es reichlich Samen von Gräsern und Wildkräutern, und ich sammelte ein kleines Bündel in meine Backentaschen. Meine kleinen Pfoten fühlten sich vorsichtig durch das Gras, als ich plötzlich eine seltsame Entdeckung machte: Ein knisterndes Etwas, das weder wie Laub noch wie Moos roch. Es war Papier – ein Fetzen, der wohl von Menschen stammte. Ich wusste wenig über sie, doch ihre Spuren fand man manchmal hier im Wald. Neugier zog mich näher heran, bis ich plötzlich merkte, dass mein Schwanz im Dickicht festhing. „Oh nein!“, piepste ich leise, während ich versuchte, mich zu befreien. Mein Herz raste. Was, wenn Rufus zurückkehren würde, oder gar eine Eule mich entdeckt hatte?
Da erschien mir unerwartet Hilfe: Luna, die kluge Waldkauz-Dame, ließ sich mit einem geschmeidigen Flügelschlag auf einem Ast über mir nieder. Sie neigte ihren Kopf und musterte mich mit ihren großen, runden Augen. „Bleib still, Malina. Ich helfe dir“, sagte sie leise. Meine Ohren zuckten nervös, aber ich vertraute Luna. Mit einem ge
| Name: | Waldmaus |
| Wissenschaftlicher Name: | Apodemus sylvaticus |
| Gewicht: | ca. 15-35 g |
| Maße: | ca. 8-10 cm, Schwanzlänge ca. 7-9 cm |
| Lebensalter: | ca. 1-2 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Wiesen, Gärten |
| Geschwindigkeit: | ca. 13 km/h |
Die Waldmaus ist ein kleines Nagetier, das in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet ist. Sie bevorzugt bewaldete Gebiete, kann aber auch in Gärten, Hecken und Feldern vorkommen. Die Waldmaus ist für ihre großen Augen und Ohren sowie ihren langen Schwanz bekannt, der fast die gleiche Länge wie ihr Körper erreicht. Ihre Fellfarbe variiert von rötlich-braun bis grau-braun, wobei der Bauch heller ist.
Waldmäuse sind nachtaktiv und nutzen ihre großen Augen und Ohren, um sich in der Dunkelheit zu orientieren und nach Nahrung zu suchen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen, Nüssen, Beeren und Insekten. Im Herbst sammeln und speichern sie Nahrung, um sich auf den Winter vorzubereiten. Ihre Vorratslager befinden sich oft in unterirdischen Bauen, die sie selbst graben, oder in natürlichen Verstecken wie Baumhöhlen und Wurzeln.
Die Waldmaus spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, da sie als Beute für viele Raubtiere dient, darunter Eulen, Füchse und Schlangen. Gleichzeitig trägt sie zur Verbreitung von Samen und zur Belüftung des Bodens bei, indem sie gräbt und ihre Nahrungsvorräte anlegt. Trotz ihrer scheuen Natur und der Tatsache, dass sie oft unbemerkt bleibt, ist die Waldmaus ein wesentliches Glied in der Nahrungskette und der Waldökologie.