Hallo! Mein Name ist Aurea, und ich bin eine Bienenfresserin. Falls du dir jetzt vorstellst, ich esse verrückte Honigbienen direkt aus dem Stock – keine Sorge, so läuft das nicht! Ich schnappe Bienen und Wespen flink in der Luft und kann sie sogar von ihrem fiesen Gift befreien, bevor ich sie genüsslich verspeise. Das kann nicht jedes Tier, oder? Mein Zuhause ist ein warmer, offener Raum voller Zauber: die Grasheiden und Flusslandschaften des Südens, wo magische Sonnenstrahlen den Boden streicheln und Blumen mit bunten Farben strahlen. Meine Familie und ich graben Höhlen in den sandigen Wänden, wo es ruhig und sicher ist. Hier können wir uns ausruhen und unsere Jungen aufziehen.
Doch heute fühlte sich anders an. Als die Sonne ihren golden-orangefarbenen Teppich über die Welt ausrollte, hörte ich das leise Flüstern des Windes – und einen unerwarteten Ruf. Mein Freund Murdo, ein eleganter Wiedehopf, hüpfte zu mir und sagte: „Aurea, hast du gehört? Die Himmelsjäger sind unterwegs!“ Mit „Himmelsjäger“ meint Murdo die erfahrenen Falken, die oft durch unsere Umgebung streifen. Falken sind beeindruckend, aber manchmal kann es gefährlich werden, wenn sie auf der Suche nach Beute sind. Ihre scharfen Augen sehen fast alles, sogar wenn wir uns im mittäglichen Sonnenschein verstecken. Tief im Herzen wusste ich: Heute war einer dieser Tage, an denen ich meine flinken Flügel nutzen musste, um mich clever und mutig zu bewegen.
Murdo und ich planten sogleich eine Flugroute, die sicher genug sein sollte und uns die besten Jagdmöglichkeiten bot. „Keine Sorge, Aurea,“ trällerte Murdo, während er mit seinen leuchtenden Federn glänzte, „wir schaffen das. Höchstwahrscheinlich sind die Falken beschäftigt bei der Schlucht, wo die Mäuse herumwuseln.“ Sein Optimismus war ansteckend. Zusammen flogen wir über eine weite, blühende Wiese, wo Schmetterlinge tanzten und die Blumen wie kleine Solarkraftwerke in der warmen Brise schimmerten. Meine Augen entdeckten eine Wespe, die gerade über einer Glockenblume schwebte. Blitzschnell zog ich meine Flügel zusammen, schoss durch die Luft und schnappte mir die Beute, bevor sie überhaupt wusste, dass ich da war.
Kurz nachdem ich meinen Flug genoss, bemerkte ich plötzlich einen Schatten, der sich über die Wiese erstreckte. Es war ein Falke – nein, gleich zwei! Es schien, als ob ihre Anmut und scharfen Bewegungen in einem Tanz miteinander verschlungen wären. Mein Herz raste. „Aurea, wir müssen nach oben“, rief Murdo. Überwältigt von der Situation hatte ich nur einen Gedanken: Flieh schnell und schlau. Ich lenkte mich nach oben in einen wirbelnden Höhenflug, meine Flügel wurden zu glänzenden Smaragden unter der Sonne. Murdo war dicht hinter mir. Doch dann schoss einer der Falken direkt auf mich zu. Ich bekam einen schnellen Stich der Angst, aber ich erinnerte mich an das wichtigste Gelernte meiner Familie: Überrenne niemals deine eigenen Fähigkeiten – fliege klug und bleib du selbst.
Mit einem raschen, seitlichen Manöver entkam ich dem Falken. Murdo und ich glitten Höhen bergab und fanden in einem blütengeschmückten Gebüsch ein Versteck. Wir haben es geschafft! Murdo war mit einem kleinen Grinsen beruhigt, und ich fühlte, wie Stolz und Erleichterung meine Flügel umschlungen. Die Sonne senkte sich langsam, ihre Wärme nahm ab, und wir kehrten zu unseren Höhlen zurück. Der Tag hatte gezeigt, dass Mut nicht bedeutet, unnötige Risiken einzugehen – sondern geschickt und bedacht zu sein, etwas Elegantes in sich selbst zu finden und es zu nutzen.
| Name: | Bienenfresser |
| Wissenschaftlicher Name: | Merops apiaster |
| Gewicht: | ca. 50-70 g |
| Maße: | ca. 25-29 cm lang, Flügelspannweite ca. 36-40 cm |
| Lebensalter: | ca. 5-10 Jahre |
| Lebensraum: | offene Landschaften, Flussufer, Waldränder |
| Geschwindigkeit: | ca. 40-50 km/h |
Der Bienenfresser ist ein farbenprächtiger und eleganter Vogel, der in Europa, Afrika und Asien vorkommt. Er ist leicht an seinem auffälligen Gefieder zu erkennen, das in leuchtenden Farben wie Blau, Grün, Gelb und Rot schimmert. Diese Vögel sind schlank und haben lange, gebogene Schnäbel, die perfekt zum Fangen von Insekten geeignet sind.
Bienenfresser leben in offenen Landschaften wie Savannen, Halbwüsten und Flussufern, wo sie leicht Nahrung finden können. Sie ernähren sich hauptsächlich von fliegenden Insekten, insbesondere Bienen, Wespen und Libellen, die sie geschickt im Flug fangen. Bevor sie ihre Beute verzehren, entfernen sie den giftigen Stachel durch Schlagen der Insekten gegen eine harte Oberfläche.
Bienenfresser nisten in Kolonien und graben ihre Nester in sandige oder lehmige Uferböschungen. Das Weibchen legt mehrere Eier, die beide Elternteile abwechselnd bebrüten. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen von beiden Eltern gefüttert, bis sie flügge sind. Der Bienenfresser ist nicht nur für sein wunderschönes Aussehen, sondern auch für seine beeindruckenden Flugfähigkeiten und sein faszinierendes Jagdverhalten bekannt. Der Schutz ihrer Lebensräume ist wichtig, um das Überleben dieser farbenfrohen und nützlichen Vögel zu gewährleisten.