Es waren die Zwillinge Leni und Ben, die eines Tages beschlossen, den Weltraum zu erforschen. Doch dies war keine gewöhnliche Entscheidung – die Schulbibliothek hatte ein Buch über den Diamantplaneten, einen rätselhaften Ort voller glitzernder Geheimnisse. Der Name klang magisch, doch Forscher hatten herausgefunden, dass der Planet aufgrund seines Kohlenstoffreichtums und des enormen Drucks vermutlich aus riesigen Diamantflächen besteht! Mit einem selbstgebauten Raumschiff aus alten Garagenteilen, das sie „Sternenfänger“ nannten, machten sich Leni und Ben bereit, das Abenteuer ihres Lebens zu beginnen.
Mit einem ohrenbetäubenden Krachen hob der Sternenfänger ab und durchbrach die Atmosphäre der Erde. Ihre Reise führte sie vorbei am feurigen Mars, den goldfarbenen Saturnringen und dem traurigen kleinen Pluto. „In 40 Lichtjahren Entfernung von der Erde liegt der Diamantplanet! Er ist eigentlich Teil des Sternensystems 55 Cancri, in der Nähe des Sternbilds Krebs“, erklärte Ben, während er die Karte studierte. Leni staunte: „Das heißt, wir müssen uns anschnallen, bevor die Gravitation uns zum Schleudern bringt!“ Bald schon kamen sie an einem Ort an, der so funkelnd war, dass selbst die Sterne daneben trüb wirkten.
„Da ist er! Siehst du, wie lautlos er im Dunklen glitzert?“, sagte Leni und zeigte auf eine leuchtende Kugel, die wie ein gläsernes Juwel im schwarzen Raum glimmerte. Der Diamantplanet, offiziell „55 Cancri e“, schwebte vor ihnen – heiß wie ein Feuerball, mit Temperaturen von bis zu 2.500 Grad Celsius. Ben erinnerte sich: „Wissenschaftler sagen, das Innere besteht aus Graphit und Diamanten. Und die Atmosphäre – sie ist voller Kohlenmonoxid und Methan. Es ist, als wäre der ganze Planet ein Schmuckstück!“ Die Zwillinge packten ihre Schutzanzüge und machten sich bereit, den funkelnden Boden zu betreten.
Als Fußabdrücke den Diamantstaub markierten, spürten die Kinder die unerträgliche Hitze durch ihre Anzüge. „Ich habe gelesen, dass der Planet früher ein Gasriese war und durch immense Kräfte zu einem festen Diamanten zusammengepresst wurde“, erklärte Ben. „Die Schwerkraft ist stark, aber kaum merklich für uns, weil wir Schutzanzüge tragen!“ Plötzlich bemerkte Leni eine seltsam pulsierende Bewegung im Boden, wie ein Herzschlag unter ihren Füßen: „Es fühlt sich lebendig an, als ob der Planet atmet!“ Doch es war nicht der Planet – eine gigantische fossile Kristallkreatur erhob sich vor ihnen und glitzerte in endlosen Farben.
Die Kreatur war freundlich, aber sprach eine seltsame Sprache aus klickenden Klängen, die Leni und Ben schnell als Muster identifizierten. „Es sagt, dass die Diamanten hier alles festhalten, Erinnerungen, Zeiten, vielleicht sogar Träume“, übersetzte Leni aufgeregt. Mit der Hilfe der Kreatur nahmen sie winzige, schimmernde Diamantsplitter mit: „Diese Teilchen könnten unser Wissen erweitern! Vielleicht lernen wir eines Tages, wie Kohlenstoff zu Diamanten wird – hier bei diesen extremen Temperaturen und diesem Druck“, meinte Ben. Und so kehrten die Kinder zurück zur Erde, neugierig, bereit, ihre funkelnde Entdeckung mit der ganzen Welt zu teilen.
„Und oben, weit über der Erde, war alles so erstaunlich und wunderbar, so weit weg wie Träume – und doch so wirklich, wenn man es wagt hinzusehen.“ – Roald Dahl
| Name: | Diamantplanet |
| Typ: | Super-Erde (kohlenstoffreiches Gesteinsobjekt) |
| Masse: | ≈ 7,99 Erdenmassen |
| Wissenschaftlicher Name: | 55 Cancri e |
55 Cancri e (auch bekannt als „Diamantplanet“) ist ein sogenannter Super-Erde-Exoplanet, der seinen sonnenähnlichen Stern in nur etwa 18 Stunden umrundet – eine extreme Nähe, die ihn zu einem der heißesten bekannten Gesteinsplaneten macht.
Das Besondere an diesem Planeten: Wissenschaftler spekulierten, dass sein Inneres kohlenstoffreich sein könnte – knapp ein Drittel seiner Masse könnte aus Diamant bestehen, da bei den enormen Drücken und Temperaturen Kohlenstoff in kristalliner Form vorkommen kann.
Allerdings bleibt die exakte Zusammensetzung weiterhin umstritten: Jüngere Forschungsergebnisse deuten auf eine Atmosphäre mit Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid und eine Oberfläche mit Lava- oder Magmaozeanen hin.