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Storch

Die geheimnisvolle Reise von Selma, der klugen Störchin

Ich heiße Selma und ich bin eine Störchin. Eine Weißstörchin, um genau zu sein. Ich lebe hier im weiten, grünen Marschland, wo der Himmel nie zu enden scheint und ein Labyrinth aus kleinen Bächen und Flüssen das Land durchzieht. Mein Zuhause ist ein imposantes Nest aus Ästen und Zweigen oben auf einem Holzpfahl, den die Menschen extra für mich und meine Familie aufgestellt haben. Es ist groß genug, dass ich es mit meinem Gefährten Finn und unseren Küken teilen kann – und manchmal, wenn es windig ist, fühlt es sich an wie ein Boot auf dem Meer. Bei uns ist immer viel los: Frösche quaken in den Gräben, während Fischreiher lautlos am Wasser entlangschreiten. Es gibt so viele Dinge zu beobachten, dass ich manchmal gar nicht weiß, wohin ich zuerst schauen soll.

Heute ist ein besonderer Tag – ich spüre es in meinen Federn. Der Wind trägt den süßen Duft des Sommers, die Sonne funkelt auf dem Wasser, und selbst die alte Schafherde, die hier oft weidet, blökt etwas fröhlicher als sonst. „Selma, du träumst ja schon wieder!“, ruft Finn zu mir herüber. Er steht mitten im Wassergraben und hat gerade einen besonders fetten Frosch im Schnabel. Ich hebe den Kopf und klappere zur Antwort mit meinem Schnabel. Es ist unsere Art, uns zu verständigen, so wie die Menschen miteinander reden. Doch Finn versteht mich noch besser als jedes Klappern. „Komm schon, ich habe das Gefühl, dass heute etwas Aufregendes passiert!“, sage ich und breche flatternd auf.

Mein Ziel ist eine Wiese etwas weiter entfernt, wo ich in den letzten Tagen immer wieder seltsame Spuren entdeckt habe. Große, runde Fußabdrücke und tiefe Schleifspuren, als hätte jemand etwas Schweres über den Boden gezogen. Aber das Merkwürdigste sind die Federn in der Nähe – schwarz wie die Nacht. In unserer Marschlandschaft gibt es normalerweise keine Tiere mit solchen Federn. Vielleicht hat ein Rabe oder eine Krähe sie hierhergebracht? Doch ich kann es kaum glauben, denn diese Federn sind viel größer – fast so groß wie meine eigenen.

Als ich die Wiese erreiche, entdecke ich, dass etwas anders ist. Es gibt frische, wirbelnde Spuren von Krallen, und der Boden ist aufgewühlt, als hätte hier ein Kampf stattgefunden. Plötzlich höre ich ein leises Rascheln – nicht weit entfernt. Ich strecke meinen Hals, so weit er reicht, und spähe durch das hohe Gras. „Wer ist da?“, frage ich so freundlich wie möglich und hoffe, dass niemand denkt, ich sei eine Bedrohung. Da taucht plötzlich ein kleiner Kopf mit leuchtend gelben Augen zwischen dem Gras auf: Ein Fischotter! „Oh, entschuldige“, sagt er schnell, „ich wollte dich nicht erschrecken. Ich war nur neugierig, wer da herumschnüffelt.“

„Ich? Neugierig?“, klappere ich mit meiner tiefsten Stimmfarbe. „Das muss ja wohl ein Witz sein.“ Der Otter grinst und zeigt seine glänzenden Zähne. „Na ja, wenn du schon mal hier bist, kann ich dir ja erzählen, was passiert ist“, sagt er. „Gestern Nacht ist ein Schatten über die Wiese gehuscht – ein stolzer Schwarzstorch. Es ist selten, dass wir so einen hier sehen. Er war auf der Durchreise und hat sich eine kurze Rast gegönnt. War ziemlich beeindruckend, wenn du mich fragst.“

Mein Herz klopft schneller. Ein Schwarzstorch? In unserer Marschlandschaft? Das ist wirklich eine Seltenheit, denn Schwarzstörche meiden menschliche Siedlungen und bevorzugen abgelegene Wälder und Sümpfe. Ich stelle dem Otter noch ein paar neugierige Fragen, doch er weiß nur wenig. Offensichtlich ist der geheimnisvolle Gast schon weitergezogen. Trotzdem liegt ein Hauch von Abenteuer in der Luft, und ich spüre, wie mich die Neugier genauso vorantreibt wie den Schwarzstorch in jener Nacht.

Als ich zurück in mein Nest fliege, erzähle ich Finn von meiner Entdeckung und meiner Begegnung mit dem Otter. „Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir selbst auf eine Reise gehen“, sage ich und blicke in den Himmel, wo sich ein Schwarm von Kranichen formiert. Finn nickt nachdenklich und öffnet den Schnabel, um etwas zu sagen, doch in diesem Moment ruft eines unserer Küken nach ihm. „Darüber reden wir später“, klappere ich und lächle. Vielleicht ist es wirklich Zeit, die Welt ein Stück weit zu entdecken – wer weiß, welche Abenteuer auf uns warten?

Interessanter Fakt über Störche:

Wusstest du, dass Störche in der Lage sind, an einem Tag bis zu 500 Kilometer zu fliegen? Während ihrer spektakulären Zugreisen überspringen sie so mühelos ganze Kontinente – und all das mit erstaunlicher Energieeffizienz, da sie thermale Luftströme nutzen, um stundenlang zu gleiten, ohne mit den Flügeln schlagen zu müssen!

Fakten und Daten - Storch

Name:Storch
Wissenschaftlicher Name:Ciconia ciconia
Gewicht:ca. 2,5-4,5 kg
Maße:ca. 100-115 cm lang, Flügelspannweite ca. 155-215 cm
Lebensalter:ca. 20-30 Jahre
Lebensraum:Feuchtgebiete, Wiesen, Sümpfe, Flussufer
Geschwindigkeit:ca. 40-50 km/h im Flug

Der Storch ist ein großer, beeindruckender Vogel, der in Europa, Afrika und Asien vorkommt. Es gibt mehrere Arten von Störchen, wobei der Weißstorch und der Schwarzstorch zu den bekanntesten gehören. Der Weißstorch hat ein auffälliges weißes Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen und langen, roten Beinen und Schnabel. Der Schwarzstorch ist seltener und hat ein dunkleres Gefieder mit einem glänzenden, grünlich-schwarzen Rücken und weißen Bauchfedern.

Störche leben in Feuchtgebieten, Wiesen und landwirtschaftlichen Gebieten, wo sie reichlich Nahrung finden können. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Fröschen, Insekten, kleinen Säugetieren und sogar Schlangen. Mit ihrem langen Schnabel durchstöbern sie das flache Wasser oder die Wiesen nach Beute. Störche sind bekannt für ihre langen Wanderungen und ziehen im Winter in wärmere Regionen, wobei sie oft Tausende von Kilometern zurücklegen.

Störche nisten in großen, offenen Nestern, die sie auf Bäumen, Dächern oder speziellen Plattformen bauen. Das Weibchen legt mehrere Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Eltern um die Jungen, bis diese flügge werden. Störche sind in vielen Kulturen als Glücksbringer und Symbole für Fruchtbarkeit und Geburt bekannt. Der Schutz ihrer Nistplätze und die Erhaltung ihrer Lebensräume sind entscheidend, um die Bestände dieser majestätischen Vögel zu sichern.

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