Hallo, mein Name ist Pico, und ich bin ein Kolibri. Na gut, genau genommen bin ich ein Rubinkehlkolibri, leuchtend grün mit einer schimmernden roten Kehle. Mein Zuhause ist mitten im tropischen Regenwald, wo die Sonne durch die dichten Blätter flackert, und die Luft voller summender Flügel und süßen Blumenduft ist. Jeden Tag fliege ich von Blüte zu Blüte, schwirre um die Orchideen herum und nasche am süßen Nektar. Mein Herz schlägt dabei so schnell wie meine Flügel – 80 Mal pro Sekunde! Das klingt vielleicht anstrengend, aber für einen Kolibri wie mich ist es das pure Leben.
Eines Morgens, während die Sonne gerade über den Baumkronen aufging, hörte ich ein aufgeregtes Rascheln von den Bromelienblätter, die sich wie ein grünes Dach über mir ausbreiteten. Es war Marlo, das kleine Faultier! Er hatte sich dort verkrochen, um ein wenig Ruhe vor seiner neugierigen Schwester zu haben. „Oh Pico,“ sagte er schmunzelnd, „du bist ja immer so eilig unterwegs. Setz dich doch mal zu mir!“ Aber ich konnte kaum still sitzen – mein Körper war gemacht für Bewegung, für Geschwindigkeit, für das Fliegen von einer farbenfrohen Blume zur nächsten. Doch Marlos Worte ließen mich nachdenken. Wann hatte ich das letzte Mal innegehalten und wirklich den Regenwald beobachtet? Das war wohl eine Weile her.
Während ich über diese Frage grübelte, bemerkte ich etwas Merkwürdiges. Eine Gruppe Ameisen schien sich hektisch unter ihrem Baum zu bewegen. Ich bin neugierig, das gebe ich zu – und so flog ich näher. Da sah ich es: Die Ameisen transportierten eine glänzende Frucht, die wohl eines Tages heruntergefallen war. Doch vor allem nahm ich wahr, dass eine der Ameisen, Priti, nicht richtig mithelfen wollte und stattdessen versuchte, sich leise zu entfernen. „Priti? Was machst du da?“ fragte ich. Sie zuckte zusammen und blickte verlegen nach unten. „Es ist nur… ich bin müde,“ flüsterte sie, „und außerdem glaube ich nicht, dass meine Hilfe wirklich zählt.“ Aber ich wusste, dass ihre Ehrlichkeit Mut bedeutete – und etwas in mir bewunderte sie dafür.
„Priti,“ sagte ich schließlich, „jeder von uns hat etwas beizutragen. Du musst nicht den größten Beitrag leisten, aber ohne dich fehlt etwas!“ Und so geschah es, dass Priti zurückging und zusammen mit ihren Ameisenfreundinnen weiterarbeitete. Ich zog mich zurück zu meiner Lieblingsblume und dachte über meine eigene Rolle im Regenwald nach. Auch ein kleiner Kolibri wie ich hat etwas Wertvolles zu geben – manchmal durch Worte, manchmal durch Freundlichkeit. Und vielleicht auch durch eine unbeabsichtigte Lektion, wie bei Priti und ihren Ameisen. Das Abenteuer des Tages hatte mir gezeigt, dass selbst die kleinsten Flügel etwas Großes bewirken können!
| Name: | Kolibri |
| Wissenschaftlicher Name: | Trochilidae sp. |
| Gewicht: | 2-20 g |
| Maße: | 7-13 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 5 Jahre |
| Lebensraum: | Tropische und subtropische Wälder |
| Geschwindigkeit: | Bis zu 50 km/h |
Kolibris sind winzige, farbenfrohe Vögel, die hauptsächlich in Amerika vorkommen, von Alaska bis nach Südamerika. Sie sind bekannt für ihre Fähigkeit, auf der Stelle zu fliegen, rückwärts zu fliegen und blitzschnell zu manövrieren. Kolibris haben leuchtend buntes Gefieder, das in der Sonne oft metallisch schimmert. Ihre langen, dünnen Schnäbel sind perfekt zum Nektarsaugen aus Blumen geeignet.
Kolibris ernähren sich hauptsächlich von Blütennektar, den sie mit ihren spezialisierten Zungen aus den Blütenkelchen saugen. Sie fressen auch kleine Insekten und Spinnen, um ihren Proteinbedarf zu decken. Diese Vögel haben einen unglaublich schnellen Stoffwechsel und müssen täglich große Mengen an Nahrung aufnehmen, um ihre Energie aufrechtzuerhalten. Sie besuchen zahlreiche Blüten pro Tag und tragen dabei zur Bestäubung bei, was sie zu wichtigen Akteuren im Ökosystem macht.
Kolibris bauen winzige Nester aus Spinnweben, Pflanzenfasern und Moos, die sie in Bäumen oder Sträuchern gut verstecken. Das Weibchen legt normalerweise zwei kleine Eier, die es alleine ausbrütet und die Jungen füttert. Kolibris sind für ihre erstaunliche Flugkunst, ihre schillernden Farben und ihre Rolle in der Bestäubung bekannt und werden oft als "fliegende Juwelen" bezeichnet.