Ich heiße Nalu, und ich bin eine Kegelrobbe. Mein Name bedeutet in einer alten Sprache „Welle“ – irgendwie passend, wenn man bedenkt, dass ich mein Leben fast immer in den Wellen der Nordsee oder an den Küsten des Atlantiks verbringe. In meiner Kindheit, als ich noch ein kleines Fellknäuel mit weißem Babyfell war, kümmerte sich meine Mama in einer Höhle aus Eis und Schnee um mich. Jetzt, wo ich größer bin, erkunde ich die Welt auf eigene Faust – und manchmal ist sie echt eine Herausforderung!
Heute ist einer dieser Tage, an denen der Wind so eisig über die Sandbänke fegt, dass es sich anfühlt, als kitzele er meine Barthärchen. Es ist der Anfang des Winters, und der Frost hat die Welt in glitzernde Muster gehüllt. Mit einem sanften Plumps lasse ich mich von einer eisigen Scholle ins Wasser gleiten. Sofort spüre ich, wie die Kälte mich umhüllt, aber das stört mich nicht. Mein dickes Fettpolster isoliert mich und hält mich warm. Unter Wasser sehe ich alles klar: Plankton treibt gemächlich vorbei, und ein Schwarm Heringe glitzert wie ein funkelndes Sternenmeer. Es ist wie ein Festessen, und ich habe definitiv Appetit!
Während ich den Heringen flink hinterherschwimme, bewegt sich etwas im Augenwinkel. Es ist Flix, mein Freund, der Seehund. Flix ist kleiner als ich, und wir begegnen uns oft hier draußen. „Nalu, hast du schon gehört?“ ruft Flix, während er sich elegant durchs Wasser schlängelt. „Das Eis schmilzt weiter südlich! Bald können wir mit den anderen wieder auf die größeren Schollen zum Ruhen.“ Ich nicke ihm zu. Der Wechsel der Jahreszeiten ist in unserer Welt kaum zu übersehen. Im Winter bleibt manchmal keine andere Wahl, als sich in die kälteren, ruhigeren Gewässer zu wagen – die Sommerzeit mit ihren ausgedehnten Sandbänken wirkt dann wie ein ferner Traum.
Plötzlich dringt ein lauter Knall durch das Wasser. Für einen kurzen Moment erschrecke ich und tauche schlagartig ab, tief zur Sicherheit – so tief, dass kein Licht mehr den Ozean erreicht. Es war wahrscheinlich nur ein Stück Gletschereis, das ins Wasser gefallen ist, aber man weiß ja nie. Die Orcas sind unsere Fressfeinde, und die lernt man besser zu meiden. Manchmal patrouillieren sie an den Rändern des Packeises, wo sie uns jagen könnten. Doch ich bin wachsam. Flix schwimmt ebenfalls auf Abstand, und nach einer Weile bewegen wir uns vorsichtig zurück ins ruhigere Wasser.
Unterdessen beginnt der Himmel sich zu verfärben. Das Licht der Wintersonne malt zarte Rosa- und Orangetöne auf die spiegelgleiche Oberfläche des Meeres. Es fasziniert mich immer wieder, wie selbst die kältesten Tage so faszinierend schön sein können. Ich gleite sanft zurück zur Scholle, auf der ich heute Nacht ruhen werde. Flix verabschiedet sich mit einem salzigen Spritzer Wasser aus seiner Flosse, und ich rolle mich zufrieden ein. Der Wind streift über meine nasse Haut, doch ich genieße die Ruhe. Morgen werde ich wieder losziehen, in die geheimnisvolle, unvorhersehbare Welt unter den Wellen. Wer weiß, welches Abenteuer mich dann erwartet!
Robben können sich unter Wasser hervorragend orientieren, weil sie ihren gut entwickelten Tastsinn nutzen. Mit ihren empfindlichen Schnurrhaaren können sie kleinste Bewegungen im Wasser wahrnehmen – selbst, wenn sie bei absoluter Dunkelheit schwimmen!
| Name: | Robben |
| Wissenschaftlicher Name: | Pinnipedia |
| Gewicht: | bis 350 kg |
| Maße: | bis 260 cm |
| Lebensalter: | 40 Jahre |
| Lebensraum: | In allen Ozeanen außer im Nordatlantik und im Arktischen Ozean. |
| Geschwindigkeit: | 35 km/h |
Robben sind marine Säugetiere aus der Familie der Flossenfüßer, die in küstennahen Gewässern weltweit verbreitet sind. Sie haben eine stromlinienförmige Form und eine dicke Fettschicht, die sie vor Kälte schützt, sowie ein Fell, das je nach Art variieren kann. Diese Tiere sind ausgezeichnete Taucher und ernähren sich hauptsächlich von Fisch und Tintenfischen. Sie sammeln sich oft in großen Kolonien an Stränden, besonders während der Fortpflanzungszeit.
Robben sind durch verschiedene menschliche Aktivitäten gefährdet, einschließlich Fischerei, die oft zu unbeabsichtigten Fang führt, sowie durch Meeresverschmutzung und die Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Lebensraum. Schutzmaßnahmen sind entscheidend, um die Populationen dieser wichtigen Meeresbewohner zu erhalten.