Hallo! Ich bin Finn, ein kleines männliches Seepferdchen aus der Familie der Doryrhamphinae, und ich wohne in einer farbenfrohen Seegraswiese irgendwo im warmen, seichten Wasser der Tropen. Mein Zuhause ist wie ein riesiges, wogendes Unterwasser-Labyrinth, bestehend aus langen, grünen Seegrasblättern, die sanft im Wasser hin- und herschaukeln. Hier kann man sich immer prima verstecken, was ziemlich praktisch ist, da wir kleinen Seepferdchen keine besonders schnellen Schwimmer sind. Stattdessen klemme ich mich oft mit meinem Greifschwanz an den Gräsern fest. Das hält mich stabil, wenn Strömungen durch unser Seegras-Labyrinth ziehen.
Eines Morgens machte ich mich wie immer auf, um Frühstück zu finden – kleine Krebstierchen, das ist meine Leibspeise! Ich spähte durch die Blätter und entdeckte eine winzige Garnele, die sich langsam bewegte. Gerade, als ich mich nähern wollte, hörte ich plötzlich ein aufgeregtes Blubbern. „Finn, Hilfe! Da steckt jemand fest!“ Es war Coral, eine Pfeifenfisch-Dame aus der Nachbarschaft. Sie zeigte mit ihrer langen Schnauze auf einen dichten Klumpen Seegras, der sich an einem Felsen verheddert hatte. Zuerst dachte ich, dass ich mich besser aus der Sache heraushalten sollte – schließlich bin ich sehr klein und nicht sonderlich stark. Aber dann siegte die Neugier.
Zögernd näherte ich mich dem Knoten aus Pflanzen und bemerkte, dass darin ein winziger Clownfisch gefangen war. „Bitte, hilf mir!“ rief er mit zitternder Stimme. Sein Name war Nemo, und er erklärte, dass er auf der Suche nach seiner Familie in die Falle geraten war. Coral und ich überlegten uns, wie wir den Kleinen befreien könnten, ohne dabei selbst in Schwierigkeiten zu geraten. Ich beschloss, es zu versuchen, obwohl mein Herz wie wild pochte. Meine Strategie war, meinen Greifschwanz um den Klumpen zu wickeln und dann langsam, aber bestimmt daran zu ziehen, bis er sich lockerte.
Doch es war schwieriger, als ich gedacht hatte. Der Klumpen löste sich nur langsam, und immer wieder musste ich aufpassen, nicht selbst hängen zu bleiben. Zum Glück half Coral, indem sie mit ihrer spitzen Schnauze vorsichtig die Gräser zerteilte. Schließlich war es so weit: Der Knoten löste sich, und Nemo war frei! Vor Freude machte er ein paar beherzte Schwimmzüge um mich herum. „Du bist mein Held, Finn!“ rief er aus, bevor er sich verabschiedete und in die Weite des Meeres zurückkehrte. Coral lächelte. „Du bist wirklich mutig, Finn. Das werde ich allen weitererzählen.“
Ich fühlte mich großartig, obwohl meine kleinen Flossen noch ein bisschen zitterten. Durch diese Erfahrung hatte ich etwas Wichtiges gelernt: Manchmal muss man sich auch Dinge trauen, vor denen man erst Angst hat. Wer weiß, was ich in unserem nächsten Abenteuer lernen werde? Jetzt aber ist es Zeit, mich an einem gemütlichen Seegrasblatt auszuruhen und über das Erlebte nachzudenken. Vielleicht treffe ich Nemo ja eines Tages wieder. Und wer weiß, was er dann für Geschichten zu erzählen hat?
Anders als bei den meisten anderen Tieren tragen bei Seepferdchen die Männchen die Babys aus! Die Weibchen legen ihre Eier in eine spezielle Tasche am Bauch des Männchens, wo sie geschützt heranwachsen, bis sie schlüpfen. Eine Seepferdchengeburt kann bis zu 1.500 winzige Babys hervorbringen!
| Name: | Seepferdchen |
| Wissenschaftlicher Name: | Hippocampus |
| Gewicht: | keine Angabe |
| Maße: | zwischen 1,5 und 30 |
| Lebensalter: | 1 - 5 Jahre |
| Lebensraum: | Seepferdchen bewohnen tropische und gemäßigte Meere weltweit, von den Korallenriffen des Indopazifiks bis zu den Seegraswiesen der Karibik. Sie bevorzugen flache Küstengewässer mit reichlich Deckung. |
| Geschwindigkeit: | 1,5 Meter pro Stunde |
Seepferdchen, Mitglieder der Seenadel-Familie, sind für ihre vertikale Haltung und die einzigartige Tatsache bekannt, dass die Männchen die Jungen austragen. Sie leben in warmen, flachen Gewässern weltweit und haben einen pferdeähnlichen Kopf sowie einen durch Knochenplatten gepanzerten Körper.
Diese Tiere bewegen sich mit kleinen Rückenflossen durchs Wasser und nutzen ihre präzisen Schnauzen, um kleine Krebstiere und Plankton zu fangen. Ihre unabhängig bewegbaren Augen helfen ihnen bei der Jagd. Besonders bemerkenswert ist, dass Seepferdchen-Männchen die Eier in einem Brutbeutel tragen und pflegen, bis die Jungtiere schlüpfen.