Hallo! Ich bin Finn, der flinkeste Fischotter am Flüsterstrom – zumindest sagen das die anderen. Meine sprichwörtliche Heldentat? Der Blitzsprung ins Wasser, wenn ein Vogel zu nahe kommt! Unser Fluss hat alles: klares, kaltes Wasser, das durch grüne Wälder fließt, und ein Bett aus glatten Steinen, auf denen ich wunderbar gleiten kann. Heute beginnt ein aufregender Tag. Die Sonne strahlt durch die Blätter, und ich kann gar nicht abwarten, ins Wasser zu hüpfen. Aber halt! Da, unter der großen Weide am Ufer, sehe ich eine Bewegung. Es ist Miro, ein schüchterner Eisvogel, der nach Fröschen späht. Wir Fischotter und Eisvögel haben Respekt voreinander, aber manchmal werden wir auch richtige Freunde!
Ich schwimme los und suche meinen Frühstückssnack – eine Flussbarbe vielleicht. Die Barben hier verstecken sich oft in tiefen, kühlen Stellen zwischen den Wasserpflanzen. Also tauche ich ganz leise, um sie nicht zu verscheuchen. Plötzlich bemerke ich einen Schatten über mir. Oh nein, ein Greifvogel, vielleicht ein Seeadler! Mein Herz schlägt schneller. Geschickt manövriere ich durch das dichte Wassergras und tauche unter einen Felsen. Durch so eine Situation gleiten lernen wir Fischotter früh. Der Fluss ist wunderschön, ja, aber auch voller Herausforderungen.
Die Gefahr ist vorbei, und ich tauche wieder auf, just in time für einen Snack. Während ich in der Sonne meine Barbe knabbere, kommt Rina, eine flinke Ringelnatter, geschlängelt. Sie ist eine Meisterin der Tarnung und erzählt, dass sie am Morgen fast einem Reiher entwischt ist. Wir lachen und scherzen darüber, wie wir mit unseren Tricks immer wieder Überlistungskünstler sind. Am Flüsterstrom ist nie Langeweile – jeder Tag ist anders, voller Geschichten und Abenteuer. Der Strom selbst scheint manchmal Geheimnisse zu flüstern, wenn der Wind ihn streichelt. Ich mag mir oft vorstellen, dass er mich auf neue Abenteuer ruft.
Während ich später am Abend unter meinem Lieblingsbaum döse, dürfen plötzlich all meine Sinneswahrnehmungen arbeiten. Etwas ist im Wasser nicht ganz normal – ein Wels zieht mit einer Geschwindigkeit vorbei, die ich noch nie gesehen habe! Meine Jagdinstinkte erwachen sofort und ich gleite elegant ins Wasser, um diesem Rätsel auf die Spur zu kommen. Dabei durchquere ich einen Bereich des Flusses, den ich lange gemieden hatte. Felsen und uneinnehmbare Strömung machen es dort schwer. Doch mit Konzentration und etwas Glück schaffe ich es. Der Wels entkommt zwar, aber meine Neugier danach bleibt. Vielleicht werde ich ihn morgen wiedersehen!
| Name: | Fischotter |
| Wissenschaftlicher Name: | Lutra lutra |
| Gewicht: | 7-12 kg |
| Maße: | 57-95 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 16 Jahre |
| Lebensraum: | Flüsse, Seen |
| Geschwindigkeit: | Schwimmgeschwindigkeit 12 km/h |
Der Fischotter, auch Eurasischer Otter genannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae) und ist in Europa, Asien und Teilen Nordafrikas verbreitet. Er ist ein semi-aquatisches Säugetier, das sowohl im Wasser als auch an Land lebt. Fischotter sind bekannt für ihre schlanken Körper, dichten, wasserabweisenden Pelze und ihre ausgezeichneten Schwimmfähigkeiten.
Fischotter sind hervorragende Jäger und ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Amphibien, Krustentieren und kleinen Säugetieren. Sie haben einen stromlinienförmigen Körper und kräftige Beine mit Schwimmhäuten, die ihnen helfen, schnell und geschickt durch das Wasser zu gleiten. Ihre dichten Pelze halten sie warm und trocken, selbst in kaltem Wasser.
Fischotter leben in Ufernähe von Flüssen, Seen und Küstengebieten, wo sie in Höhlen oder unter Wurzeln ihre Baue anlegen. Diese Baue, auch als Holts bezeichnet, bieten ihnen Schutz und einen sicheren Ort zur Aufzucht ihrer Jungen. Fischotter sind sozial und spielen oft miteinander, was nicht nur zur Pflege ihrer sozialen Bindungen beiträgt, sondern auch ihre Fähigkeiten als Jäger schult. Aufgrund von Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung sind Fischotter in vielen Gebieten bedroht, weshalb zahlreiche Schutzmaßnahmen zu ihrem Erhalt eingeleitet wurden.