Mein Name ist Leif, und ich bin ein Papageitaucher. Heute Morgen schiebt sich die Sonne langsam über den Rand unserer Klippen auf der kleinen Insel Grimsey, die im eiskalten Wasser des Nordatlantiks liegt. Das ist mein Zuhause, mitten in Island – dort, wo der Wind pfeift und das Meer vor Geschichten nur so rauscht. Meine Federn glänzen schwarz, und mein Schnabel leuchtet in Orange und Gelb. Er wird übrigens manchmal als „Karotten-Schnabel“ bezeichnet, aber das stört mich nicht. Ich mag Karotten – auch wenn ich sie nie esse. Übrigens bin ich ein ziemlich guter Flieger, aber davon später mehr!
Es gibt vieles zu lieben auf Grimsey: die steilen Klippen, auf denen ich mit meiner Kolonie wohne, das kalte Wasser, in das wir stürzen, um nach Sandspierlingen und Heringen zu tauchen, und natürlich meine Familie. Obwohl wir Papageitaucher uns manchmal etwas ungeschickt bewegen, vor allem an Land, kann ich mit den anderen wunderbar lachen. Mein bester Freund Arnor, ein Schmarotzerraubmöwe, macht oft Witze über meinen watschelnden Gang. Doch ich nehme es ihm nicht übel – wir kennen uns schon, seit wir Küken waren, und gegen die schnellen Möwen brauche ich einen Verbündeten. Das Meer ist ein gefährlicher Ort.
Heute beschloss ich, weit hinaus aufs Meer zu fliegen, so weit wie nie zuvor. Meine kleinen Flügel sind vielleicht nicht so elegant wie die eines Albatrosses, aber ich schlage sie schnell – bis zu 400-mal pro Minute – und schieße damit flink durch die Luft. Arnor winkt mir mit seiner weißen Schwanzspitze hinterher und ruft: „Pass auf die Dunklen auf!“ Damit meint er die Sturmvögel, die manchmal in der Luft lauern. Die können ziemlich gemein werden, wenn sie hungrig sind. Doch der Gedanke daran macht mich nicht nervös. Ich fühle mich stark, frei.
Das Wasser glitzert, und ich tauche erneut. Diesmal finde ich einen richtigen Schwarm Heringe! Ich schnappe mir gleich mehrere auf einmal – bis zu zehn Fische passen in meinen bunten Schnabel. Als ich wieder auftauche, entdecke ich plötzlich etwas Erstaunliches: Ein Seehund lugt neugierig aus dem Wasser. Er ist riesig – mindestens zehnmal größer als ich – aber seine Augen funkeln freundlich. „Du hast Fisch!", ruft er, wobei sein Kopf charmant wackelt. Ich teile zwar nicht gerne meinen Fang, doch ich lasse einen Hering ins Wasser gleiten. Freundschaft fängt oft klein an, oder?
Auf dem Heimweg denke ich darüber nach, wie merkwürdig sich unsere Lebenswege manchmal kreuzen. Ein Papageitaucher wie ich – flink und mutig – trifft einen gemütlichen Seehund. Dies wird eine Geschichte, die ich Arnor erzählen kann, wenn wir wieder an der Klippe stehen, der kalte Wind um unseren Schnabel pfeift und wir auf das tosende Meer blicken. Denn, wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass wir niemanden unterschätzen sollten. Auch nicht uns selbst. Grimsey hat mir beides beigebracht: oben in den blauen Lüften, unten in den dunklen Tiefen – und überall dazwischen.
| Name: | Papageitaucher |
| Wissenschaftlicher Name: | Fratercula arctica |
| Gewicht: | ca. 0,4-0,5 kg |
| Maße: | ca. 26-29 cm lang, Flügelspannweite ca. 47-63 cm |
| Lebensalter: | ca. 20-25 Jahre |
| Lebensraum: | Küstenregionen des Nordatlantiks |
| Geschwindigkeit: | ca. 88 km/h im Flug, ca. 1,5 m/s unter Wasser |
Der Papageitaucher, auch bekannt als Puffin, ist ein charismatischer Seevogel, der in den nördlichen Küstenregionen des Atlantiks lebt. Er ist leicht an seinem farbenfrohen Schnabel und den leuchtend orangefarbenen Füßen zu erkennen. Im Sommer, während der Brutzeit, wird der Schnabel besonders farbenfroh, während er im Winter matter wird.
Papageitaucher sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, die ihre Flügel benutzen, um unter Wasser zu fliegen und Fische zu jagen. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen wie Sandaalen und Heringen, die sie geschickt fangen. An Land sind sie etwas unbeholfen, können aber gut klettern und laufen, um zu ihren Nestern zu gelangen.
Diese Vögel nisten in Kolonien auf Felseninseln und Küstenklippen, wo sie ihre Eier in Höhlen oder Felsritzen legen. Das Weibchen legt meist ein einziges Ei, das beide Elternteile abwechselnd ausbrüten. Nach dem Schlüpfen kümmern sich beide Eltern um das Küken, bis es flügge wird. Papageitaucher sind für ihre treue Partnerschaft bekannt und kehren oft Jahr für Jahr zu denselben Nistplätzen zurück. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind sie durch Klimawandel und Überfischung bedroht, was den Schutz ihrer Lebensräume besonders wichtig macht.