Ich bin Flinkpfote, ein Feldhase und, wenn du mich fragst, einer der flinkesten Hasen in der Wiese! Meine Heimat ist ein riesengroßes Mosaik aus weiten Feldern, bunten Wiesen und kleinen Wäldchen, bei denen die Sonne durch die Äste tanzt. Hier riecht es im Frühling nach feuchter Erde und Blüten, im Sommer nach warmem Gras. Zwischen den Gräsern habe ich meinen Unterschlupf, mein Form – das ist ein flaches Nest im Boden, perfekt, um mich zu verstecken. Und glaub mir: Sich zu verstecken, ist hier sehr wichtig! Ein Bussard mit scharfen Augen kreist oft über unseren Köpfen, und manchmal streifen auch Füchse oder Wiesel durch das hohe Gras. Sie sind hier die Jäger – und ich bin die Beute. Zum Glück bin ich schnell, sehr schnell! Aber Geschwindigkeit allein reicht nicht immer, wie ich neulich lernen musste...
Es begann an einem lauen Frühlingsabend, als der Himmel in Rosa und Gold getaucht war. Ich hatte gerade ein paar süße Klee-Triebe entdeckt, mein absolutes Lieblingsfutter. Es knackte ein paar Meter entfernt im Gebüsch, und ich spitzte meine großen Löffelohren. Es war nur Stups, mein guter Freund, der Feldhamster. Er schoss hektisch durch das Gras und rief: „Flinkpfote, Hilfe! Da kommt der Fuchs!“ Mein Herz begann zu rasen, aber ich blieb ruhig. „Bleib, wo du bist!“, sagte ich zu Stups, der sich zitternd hinter einem Distelbüschel verkroch. Ich wusste genau, dass ein ruhiger Kopf uns jetzt retten konnte. Der Wind stand gut – ich roch den Fuchs. Noch weit weg, aber nicht zu weit, um ihn zu unterschätzen. Stups hatte Angst, und ich musste einen Plan schmieden.
Plötzlich hatte ich eine Idee. Ich wusste, dass der Fuchs immer Wege nimmt, bei denen er leicht Deckung hat – Büsche, Senken, hohe Gräser. Dort würde er versuchen, sich an uns heranzupirschen. Aber wenn wir ihn mitten in die offene Wiese locken könnten, hätte ich genug Zeit, Stups in Sicherheit zu bringen. „Ich brauche dich jetzt, Stups“, sagte ich. „Sobald ich losrenne, lenkst du ihn mit einem kurzen Pieps von der anderen Seite ab. Er wird kurz verwirrt sein. Dann hör sofort auf und lauf zur Brombeerhecke, dort bist du sicher!“ Stups zitterte am ganzen Körper, nickte aber tapfer. Es war riskant, aber es war unsere einzige Chance. Also sprang ich los, meine kräftigen Hinterläufe schoben mich wie ein Katapult vorwärts, während das Gras an mir vorbeizog.
Ich sah den Fuchs aus der Ferne. Sein rotes Fell schimmerte im letzten Licht des Abends, seine Schritte waren leise und geschmeidig. Er hatte mich entdeckt und setzte zu einem Sprint an. Ich hielt genau auf die offene Wiese zu, spürte, wie das Adrenalin durch meinen Körper schoss. Stups gab genau im richtigen Moment seinen Pieps von sich, was den Fuchs kurz zum Halten brachte. Es genügte, um mir einen Vorsprung zu verschaffen. Blitzschnell änderte ich meine Richtung und schoss in ein Labyrinth aus wilden Disteln und Brennnesseln. Ich wusste, dass der Fuchs hier aufgeben würde – seine empfindliche Nase und Zunge mochten diese brennenden Pflanzen nicht. Und genau so war es.
Als ich sicher war, dass der Fuchs aufgegeben hatte, kehrte ich vorsichtig zu Stups zurück. Er war erleichtert, aber noch ganz zittrig. „Du bist großartig, Flinkpfote“, sagte er. Ich lächelte nur und nickte. Manchmal ist es nicht die Schnelligkeit, die uns rettet, sondern ein guter Plan – und ein Freund, der mutig genug ist, mitzumachen. Die Sonne war inzwischen untergegangen, und die Wiese lag still. Mein Herz schlug ruhiger, und ich wusste: Heute hatte ich etwas Wichtiges gelernt – nicht nur über den Lebensraum, in dem ich lebe, sondern auch darüber, dass man manchmal zusammen stärker ist als allein.
| Name: | Feldhase |
| Wissenschaftlicher Name: | Lepus europaeus |
| Gewicht: | 3-5 kg |
| Maße: | 60-75 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 12 Jahre |
| Lebensraum: | Offene Felder, Wiesen |
| Geschwindigkeit: | 70 km/h |
Der Feldhase ist ein schnelles und flinkes Tier, das in vielen offenen Landschaften Europas und Asiens zu Hause ist. Mit seinen langen Ohren, den kräftigen Hinterbeinen und dem braunen Fell ist der Feldhase gut an das Leben auf Feldern und Wiesen angepasst. Sein Fell bietet ihm eine hervorragende Tarnung in seiner Umgebung.
Feldhasen sind Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Blättern und Feldfrüchten. Im Winter fressen sie auch Rinde und junge Triebe, wenn das andere Futter knapp ist. Feldhasen sind besonders bekannt für ihre schnellen Sprints und hohen Sprünge, mit denen sie Raubtieren wie Füchsen, Greifvögeln und Menschen entkommen können.
Im Gegensatz zu Kaninchen graben Feldhasen keine unterirdischen Bauten. Stattdessen ruhen sie in flachen Mulden im Boden, die Sasse genannt werden. Diese Mulden bieten ihnen Schutz und eine gute Sicht auf ihre Umgebung. Feldhasen sind meist Einzelgänger, kommen aber zur Paarungszeit im Frühjahr und Sommer zusammen. Dann kann man oft die sogenannten "Hasenhochzeiten" beobachten, bei denen die Tiere miteinander rennen und springen. Die Weibchen, die Häsinnen, bringen in der Regel zwei- bis dreimal im Jahr Junge zur Welt, die schon kurz nach der Geburt sehr mobil sind. Feldhasen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie Pflanzen fressen und als Beute für viele Raubtiere dienen.