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QR-Home Thema: Vögel
Schleiereule

Die geheimnisvolle Nacht von Luma

Mein Name ist Luma, und ich bin eine Schleiereule. Mein Zuhause ist ein uralter Bauernhof, umgeben von weiten Wiesen, dichten Hecken und einer kleinen Waldfläche. Hier, zwischen den knorrigen Bäumen und weichen Gräsern, fühle ich mich sicher. Jeden Abend starte ich meine Jagd, wenn die Sonne am Horizont verschwindet und die ersten Sterne am Himmel zu funkeln beginnen. Meine Welt ist dunkel, still – aber nie einsam. Hier, wo der Mond mein treuer Begleiter ist, erlebe ich Abenteuer, die ich nur nachts entdecken kann.

Gestern Abend war jedoch anders. Es begann mit einem seltsam hohen Pfeifen von der anderen Seite des Waldes, dort, wo die alte Scheune steht. Ich kenne das Geräusch – es gehört Frida, der Rotfuchsdame, die manchmal durch das hohe Gras schleicht. Aber an diesem Abend klang Fridas Ruf anders, fast verzweifelt. „Luma! Ist da jemand?“, hörte ich sie rufen. Neugierig flog ich näher. Meine Flügel machten keinen Laut, als ich mich durch die kühle Nachtluft bewegte. Es war typisch für mich – Schleiereulen fliegen lautlos, eine Fähigkeit, die mir schon oft geholfen hat.

Frida stand unter einer Hecke und wedelte unruhig mit ihrem buschigen Schwanz. Als ich landete, sah ich, dass sie etwas in den Grashalmen schnupperte. „Luma, ich brauche deine Hilfe“, flüsterte sie glatt. Zwischen den Halmen lag ein kleiner Mäusebussard, offenbar noch jung, mit einem hängenden Flügel. Ich wusste, dass der Bussard ein Räuber sein würde, wenn er groß ist, aber in diesem Moment war er völlig hilflos. „Wir können nicht einfach wegsehen“, entschied ich und überlegte. Tiere unterscheiden sich, aber hier im Wald müssen wir manchmal zusammenhalten.

Also flogen wir – Frida lief nebenher, ich schwebte leise über die Hecken. Gemeinsam brachten wir den jungen Bussard zu einer geschützten Stelle unter der Scheune. Dort hatte ich schon früher gesehen, wie Maulis, ein Turteltaubenpärchen, ihre Nester bauten. Ich wusste, dass Maulis gut darin waren, sich um andere zu kümmern. Als wir den Bussard sanft absetzten, kam Mauli neugierig näher. „Ich werde mich um ihn kümmern“, sagte das Täubchen mit einem sanften Lächeln. „Alle hier verdienen eine Chance, sich zu erholen.“

Die nächsten Nächte beobachtete ich, wie Mauli den Bussard fütterte. Frida schoß weiter durch das Gras, während ich wie immer Mäuse suchte. Obwohl der Bussard einst ein potenzieller Feind für uns sein könnte, hatten wir ihn unterstützt – nicht wegen seiner Art, sondern weil er eines war: ein Lebewesen. Als die Nächte kühler wurden und der Bussard wieder fliegen konnte, sah ich ihn eines Nachts. Ein starker Wind trieb ihn über die Weiden hinaus. Es fühlte sich gut an, ihn fliegen zu sehen – jeder verdient Freiheit und eine Chance im Leben.

Wusstest du?

Schleiereulen können Herzformen erkennen! Das liegt daran, dass ihre Augen außergewöhnlich empfindlich sind und besonders in der Dunkelheit Details differenzieren können. Diese Fähigkeit hilft ihnen, ihre Beute präzise aufzuspüren.

Fakten und Daten - Schleiereule

Name:Schleiereule
Wissenschaftlicher Name:Tyto alba
Gewicht:ca. 400-700 g
Maße:ca. 33-39 cm lang, Flügelspannweite ca. 80-95 cm
Lebensalter:ca. 4-6 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 20 Jahre in Gefangenschaft
Lebensraum:offene Landschaften, landwirtschaftliche Gebiete, Wälder, Städte
Geschwindigkeit:ca. 50 km/h im Flug

Die Schleiereule ist eine auffällige und weit verbreitete Eule, die in vielen Teilen der Welt, darunter Europa, Amerika, Afrika und Australien, vorkommt. Sie ist leicht an ihrem herzförmigen Gesichtsschleier zu erkennen, der ihr ein charakteristisches Aussehen verleiht. Das Gefieder der Schleiereule ist meist weiß bis hellbraun mit dunklen Flecken, was ihr hilft, sich in ihrem Lebensraum zu tarnen.

Schleiereulen sind nachtaktive Jäger und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen, Ratten und Wühlmäusen. Ihr ausgezeichnetes Gehör und ihr scharfer Blick ermöglichen es ihnen, Beute auch in völliger Dunkelheit zu orten. Sie jagen, indem sie geräuschlos über Felder und Wiesen fliegen und nach Beute Ausschau halten. Ihre speziellen Federn sind so geformt, dass sie den Flug nahezu geräuschlos machen, was ihnen einen Überraschungseffekt bei der Jagd verschafft.

Schleiereulen nisten in alten Gebäuden, Scheunen, Baumhöhlen und Felsnischen. Das Weibchen legt mehrere Eier, die es etwa einen Monat lang bebrütet. Nach dem Schlüpfen werden die Küken von beiden Elternteilen gefüttert. Die Jungen verlassen das Nest nach etwa acht bis zehn Wochen, sind aber noch einige Zeit auf die elterliche Fürsorge angewiesen. Schleiereulen sind wichtige Regulatoren der Nagetierpopulationen und tragen zur Gesundheit der Agrarökosysteme bei. Der Schutz ihrer Nistplätze und der Erhalt ihrer Lebensräume sind entscheidend für das Überleben dieser faszinierenden Vögel.

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