Hallo! Ich bin Matis, ein Baummarder, und ich lebe in den dichten Wäldern Europas. Mein Zuhause besteht aus hohen Bäumen, in deren Wipfeln ich mich wie ein Akrobat bewege. Mein Fell ist kastanienbraun, und ich habe eine cremefarbene Kehle, die aussieht wie ein kleiner Schal – ziemlich stylish, oder? Es ist Herbst, die Blätter färben sich bunt, und die Tage werden kühler. Aber kühle Temperaturen machen mir nichts aus. Ich bin flink und geschickt und finde immer etwas zu futtern: Mäuse, Vögel, Früchte oder sogar Pilze! Aber Vorsicht ist angesagt, denn manchmal schleicht ein Fuchs durch den Wald, und auch flinke Habichte sind nicht zu unterschätzen.
Heute fühlte ich mich besonders abenteuerlustig. Beim Herumspringen in den Baumwipfeln entdeckte ich eine Lichtung, die von hohen Eichen umstanden war. Darunter raschelte etwas. Ich kletterte vorsichtig runter und traf auf einen neugierigen Igel. „Hey!“, sagte ich, „Was machst du hier?“ Der kleine Kerl stellte sich als Frido vor. „Ich suche Pilze“, erwiderte er. Frido hatte schon einen prächtigen Steinpilz gefunden, den er stolz auf seinem Rücken trug. „Willst du mir helfen?“, fragte er. Klar, warum nicht? Es war interessant, einmal auf den Waldboden-Streifzug zu gehen – normalerweise bin ich oben in den Bäumen unterwegs.
Während wir Pilze sammelten, hörten wir auf einmal ein seltsames Geräusch. Im Gebüsch raschelte es laut, und ich tendierte dazu, wie immer hoch in die Wipfel zu fliehen. Doch Frido blieb stehen und meinte: „Es ist wahrscheinlich nur Ada, das Wildschwein. Keine Sorge.“ Und tatsächlich stand bald ein großes Wildschwein vor uns, dass ein wenig nervös schnaubte. Ehrlich gesagt hatte ich Wildschweine bisher immer für ruppige Zeitgenossen gehalten. Doch Ada war freundlich und meinte sogar, dass sie uns später helfen könnte, die besten Plätze für Pilze aufzuspüren – sie sei schließlich die Expertin. Es war spannend, mit Tieren zusammenzuarbeiten, die ganz anders als ich leben.
Am Abend kehrte ich zu meiner Lieblingskiefer zurück, um mich auszuruhen. Ich dachte über den Tag nach: Wie vielfältig unser Wald doch war! Jeder von uns – der flinke Baummarder, der bedachte Igel und das kolossale Wildschwein – hatte seine besondere Art, sich hier zurechtzufinden. Unsere Unterschiede waren eigentlich total spannend. Und durch die Begegnung mit Frido und Ada wurde mir klar, wie viel wir voneinander lernen konnten. Es ist toll, wie der Wald Platz für alle bietet, egal ob groß oder klein, vorsichtig oder mutig. Mein Abenteuer war aufregend und hat mir den Wert unseres vielfältigen Lebensraums gezeigt.
| Name: | Baummarder |
| Wissenschaftlicher Name: | Martes martes |
| Gewicht: | ca. 0,8-1,8 kg |
| Maße: | ca. 45-58 cm, Schwanzlänge ca. 16-28 cm |
| Lebensalter: | ca. 10-15 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, insbesondere Misch- und Nadelwälder |
| Geschwindigkeit: | ca. 30 km/h |
Der Baummarder, auch als Edelmarder bekannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae) und ist in Europa und Teilen Asiens verbreitet. Er ist ein geschickter Kletterer und lebt hauptsächlich in Wäldern, wo er sowohl in Bäumen als auch am Boden nach Nahrung sucht. Der Baummarder hat einen schlanken Körper, einen langen buschigen Schwanz und ein dichtes, glänzendes Fell, das in der Regel dunkelbraun bis schwarz ist.
Baummarder sind Allesfresser und ihre Ernährung variiert je nach Jahreszeit. Sie fressen kleine Säugetiere, Vögel, Insekten, Früchte und Beeren. Ihre Fähigkeit, sowohl am Boden als auch in den Bäumen zu jagen, macht sie zu vielseitigen und erfolgreichen Raubtieren. Baummarder sind bekannt für ihre Geschicklichkeit und Schnelligkeit, die ihnen helfen, Beute zu fangen und Raubtieren zu entkommen.
Der Baummarder baut seine Nester, auch als Kobel bezeichnet, in hohlen Bäumen oder verlassenen Vogelnestern. Diese Nester bieten Schutz und einen sicheren Platz zur Aufzucht der Jungen. Baummarder sind Einzelgänger und sehr territorial. Sie markieren ihr Revier mit Duftdrüsen, um andere Marder fernzuhalten. Trotz ihrer scheuen Natur spielen Baummarder eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie zur Kontrolle der Populationen kleiner Säugetiere und Insekten beitragen und zur Verbreitung von Samen durch ihre Ernährung beitragen.