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QR-Home Thema: Waldtiere
Damhirsch

Das Versprechen des Waldes

Es war ein kühler Herbstmorgen, als die Sonne durch das dichte Blätterdach der alten Eichen lugte und der Wald mit seinem goldenen Licht zum Leben erwachte. Ich heiße Arvid und bin ein Damhirsch. Mein Geweih glänzt wie ein kunstvolles Kronendach, und darauf bin ich ehrlich gesagt ein klein wenig stolz – wobei ich behaupten darf, dass ich auch ein flinkes Paar Beine besitze, falls ich mal einem hungrigen Luchs entkommen muss. Wir Damhirsche leben in einem Laub- und Mischwald, wo es im Sommer warm und im Winter eisig kühl ist. Die Luft duftet nach feuchtem Moos und knisternden Blättern, und überall gibt es Spuren von Rehen, Wildschweinen und manchmal einem scheuen Fuchs. Doch abseits dieses friedlichen Morgens waren meine Gedanken bei etwas, das mir seit Tagen auf der Seele lastete. Und zwar bei einem Versprechen, das ich einem Freund gemacht hatte – und was noch viel wichtiger war: ob ich es halten konnte. Meine Freundin Smilla, das flinke Eichhörnchen, hatte mich gebeten, auf ihre Sammlung von Winterreserven aufzupassen. Eicheln, Haselnüsse, Bucheckern – ein wahrer Schatz, den sie sorgsam verbuddelt hatte. Smilla war ungewöhnlich vertrauensvoll, und darauf war ich stolz. Doch ich muss zugeben, es ist schwer, bei all diesen Leckereien in der Nähe nicht schwach zu werden. Gestern, als ich zufällig in die Nähe eines der Verstecke geriet, raunte mein Magen leise. Nur ein einziger Bissen, dachte ich, was würde es schon schaden? Ich wusste, dass ich es besser lassen sollte, aber die Versuchung war größer als mein Verstand. So nagte ich ein paar Haselnüsse an und vergrub sie ein Stück weiter. Sicher würde Smilla es nicht merken. Doch als ich mich weiter durch den Wald bewegte, fühlte ich mich ganz klein und unruhig. Was, wenn sie eines Tages dieses Geheimnis entdeckt? Später am Tag begegnete ich Baldur, dem weisen Eichelhäher, der oft auf den höchsten Ästen der Ulmen sitzt und von dort seine knackigen Rufe durch den Wald schickt. „Was macht dein schlechtes Gewissen?“ fragte er mich, während er mit schrägem Kopf herabsah. Es war, als könne Baldur Gedanken lesen. Ich wollte nicht darüber sprechen, aber Baldur ließ sich nicht abschütteln. „Der Wald hört immer zu, Arvid. Hier gibt es keine Geheimnisse.“ Es ärgerte mich, wie beiläufig er das sagte. Doch tief in mir wusste ich, dass er recht hatte. Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man merkt, dass eine Lüge vor sich selbst viel schwerer wiegt als vor anderen. Am Nachmittag kehrte Smilla zurück. Als sie mich traf, trippelte sie aufgeregt von einer Pfote zur anderen. „Arvid, danke, dass du auf meine Vorräte geachtet hast! Alles noch da?“ fragte sie mit einem warmen Lächeln. Mir wurde heiß und kalt zugleich. Soll ich gestehen, dass ich genascht habe? Soll ich es weiterhin verbergen? In dem Moment merkte ich, dass Vertrauen ein zartes Band ist, das leicht reißen kann – und ich wollte nicht schuld daran sein, dass es zerfiel. Also atmete ich tief durch. „Smilla,“ sagte ich, „da ist etwas, das ich dir erzählen muss.“ Es fiel mir schwer, die richtigen Wörter zu finden, aber als ich von meinem Fehler sprach, hörte Smilla aufmerksam zu. Zu meiner Überraschung wurde ihr Lächeln nicht kleiner. „Danke, Arvid,“ sagte sie schließlich, „dass du ehrlich zu mir bist. Jeder macht mal Fehler, aber nicht jeder traut sich, sie zuzugeben.“ Ich wusste, dass ich mich entschieden hatte, auf den schwierigen, aber ehrlichen Pfad zu gehen. Von diesem Tag an wurde mir bewusst: Der Wald, mit all seinen uralten Bäumen, hört wirklich zu. Und in ihm zählte nicht das Geweih auf meinem Kopf oder die Schnelligkeit meiner Beine. Es war die innere Stärke, ehrlich zu sein, die mich wirklich wachsen ließ.

Ein Damhirsch kann bis zu 160 Kilogramm wiegen und erreicht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 48 Stundenkilometern bei der Flucht vor Feinden.

Fakten und Daten - Damhirsch

Name:Damhirsch
Wissenschaftlicher Name:Dama dama
Gewicht:ca. 40-100 kg
Maße:ca. 1,3-1,75 m lang, Schulterhöhe ca. 85-110 cm
Lebensalter:ca. 12-16 Jahre
Lebensraum:Wälder, Parks, offene Landschaften
Geschwindigkeit:ca. 48 km/h

Der Damhirsch ist ein mittelgroßer Hirsch, der ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, aber heute in vielen Teilen Europas und darüber hinaus verbreitet ist. Der Damhirsch ist für sein auffälliges, schaufelförmiges Geweih bekannt, das bei den Männchen stark ausgeprägt ist. Weibliche Damhirsche, die als Kälber oder Hirschkühe bezeichnet werden, tragen kein Geweih.

Damhirsche haben ein charakteristisches Fellmuster, das im Sommer rötlich-braun mit weißen Flecken ist und im Winter zu einem einheitlicheren Grau- oder Braunton wechselt. Sie bevorzugen lichte Wälder, Parklandschaften und offene Felder als Lebensraum, wo sie sich von Gräsern, Kräutern, Blättern und Rinde ernähren. Ihre Anpassungsfähigkeit hat dazu geführt, dass sie sich in verschiedenen Klimazonen und Lebensräumen gut etablieren konnten.

Die Brunftzeit der Damhirsche findet im Herbst statt, während der die Männchen lautstarke Rufe von sich geben und um die Weibchen kämpfen. Die Weibchen bringen im Frühjahr ein bis zwei Kälber zur Welt. Damhirsche leben oft in Gruppen und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie sind auch beliebte Tiere in Wildparks und Gehegen aufgrund ihrer Schönheit und ihres relativ friedlichen Wesens. Trotz ihrer weitverbreiteten Einführung und Haltung in Parks sind sie in einigen Regionen wegen Lebensraumverlust und Jagd gefährdet und bedürfen daher des Schutzes.

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