Ich heiße Flori und bin ein junger Fischotter. Mein Zuhause? Ein ruhiger Fluss mit glasklarem Wasser, der sich durch grüne Wiesen und dichte Wälder schlängelt. In meiner Familie bin ich der schnellste Schwimmer – zumindest bilde ich mir das gerne ein. Heute scheint die Sonne warm durch die Blätter der großen Trauerweiden, die ihre langen Arme bis ins Wasser hängen. Es ist der perfekte Tag, um auf eigene Faust die Welt da draußen zu erkunden. Wer weiß, welche Abenteuer auf mich warten!
Kaum bin ich ein paar Flossenschläge unterwegs, höre ich ein leises Platschen. Neugierig tauche ich ab und schaue mich um. Es ist meine Freundin Bella, die Bachforelle. Sie flitzt um einen kleinen Stein, als wäre sie ein Blitz. „Flori, du solltest nicht alleine hier sein! Der Graureiher hat heute Morgen im Schilf gelauert!“, ruft sie mir zu. Ich schnaube, lasse ein paar Luftblasen aufsteigen und winke mit der Pfote. „Keine Sorge! Ich bin flink und der Graureiher hat bei mir keine Chance!“ Bella schüttelt ihre schimmernden Flossen, aber ich merke, dass sie mir nicht ganz glaubt.
Ich ziehe weiter und entdecke eine flache Stelle, an der Libellen tanzen. Ihre schillernden Flügel glitzern im Sonnenlicht, und ich tauche auf, um sie besser zu beobachten. Plötzlich raschelt es im Gebüsch. Mein Herz schlägt schneller, doch es ist nur Mattis, der Biber. Mit einem Arm voller Äste stapft er an den Fluss. „Flori, was machst du denn hier? Solltest du nicht in der Nähe deiner Familie sein?“, fragt er streng. „Ich bin nur auf der Suche nach etwas Besonderem!“, erkläre ich. Mattis schnaubt, aber lächelt dann. „Pass trotzdem auf – hier gibt es nicht nur Freunde.“
Später entdecke ich eine Höhle unter Wasser. Die Strömung drückt mich hindurch, und ich finde mich in einem kleinen, geheimnisvollen Becken wieder. Hier ist es ganz still, nur das leise Blubbern von Luftblasen begleitet mich. Ich bemerke, dass die Pflanzen anders aussehen – sie schimmern wie Edelsteine im Dunkel. Dabei entdecke ich einen ungewöhnlichen Aal, dessen Haut in bunten Farben leuchtet. „Hallo, du bist neu hier!“, sagt er freundlich. Sein Name ist Elmo, und wir kommen schnell ins Gespräch. Er erzählt mir, dass jeder, der hierherfindet, anders ist – und dass genau das diese Höhle so besonders macht.
Der Tag neigt sich dem Ende zu, und ich schwimme zurück zur Oberfläche. Es ist beruhigend zu wissen, dass der Fluss voller interessanter Bewohner ist – manche ähnlich wie ich, und andere vollkommen anders. Als ich zurück bei meiner Familie bin, erzähle ich von meinen Erlebnissen – von Bella, Mattis und Elmo. Mein älterer Bruder zwinkert mir zu: „Man weiß nie, wen man alles trifft, wenn man die Welt entdeckt.“ Und ich nicke. Denn ich habe verstanden: Jeder hier hat seinen Platz, und das macht unseren Fluss lebendig und einzigartig.
| Name: | Fischotter |
| Wissenschaftlicher Name: | Lutra lutra |
| Gewicht: | 7-12 kg |
| Maße: | 57-95 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 16 Jahre |
| Lebensraum: | Flüsse, Seen |
| Geschwindigkeit: | Schwimmgeschwindigkeit 12 km/h |
Der Fischotter, auch Eurasischer Otter genannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae) und ist in Europa, Asien und Teilen Nordafrikas verbreitet. Er ist ein semi-aquatisches Säugetier, das sowohl im Wasser als auch an Land lebt. Fischotter sind bekannt für ihre schlanken Körper, dichten, wasserabweisenden Pelze und ihre ausgezeichneten Schwimmfähigkeiten.
Fischotter sind hervorragende Jäger und ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von Amphibien, Krustentieren und kleinen Säugetieren. Sie haben einen stromlinienförmigen Körper und kräftige Beine mit Schwimmhäuten, die ihnen helfen, schnell und geschickt durch das Wasser zu gleiten. Ihre dichten Pelze halten sie warm und trocken, selbst in kaltem Wasser.
Fischotter leben in Ufernähe von Flüssen, Seen und Küstengebieten, wo sie in Höhlen oder unter Wurzeln ihre Baue anlegen. Diese Baue, auch als Holts bezeichnet, bieten ihnen Schutz und einen sicheren Ort zur Aufzucht ihrer Jungen. Fischotter sind sozial und spielen oft miteinander, was nicht nur zur Pflege ihrer sozialen Bindungen beiträgt, sondern auch ihre Fähigkeiten als Jäger schult. Aufgrund von Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung sind Fischotter in vielen Gebieten bedroht, weshalb zahlreiche Schutzmaßnahmen zu ihrem Erhalt eingeleitet wurden.