Hallo! Ich heiße Pico, die kleine Buntspecht-Dame, und lebe in einem wunderschönen Mischwald. Mein Zuhause ist eine Baumhöhle hoch oben in einer alten Eiche, fern von neugierigen Füchsen und schläfrigen Mardern – unseren Freßfeinden. Hier ist es behaglich und sicher, und ich liebe die Aussicht auf das grüne Blättermeer, das sich unter mir ausbreitet.
Der Tag beginnt bei mir meistens mit Trommeln. Mit meinem kräftigen Schnabel klopfe ich auf die Rinde der Eiche. "Tok, tok-tok, tok!" Es klingt fast wie Musik, findet ihr nicht? Doch es ist nicht nur ein Spiel – ich suche nach einem leckeren Frühstück. In den kleinen Spalten und Löchern der Baumrinde versteckt sich oft eine Trophäe: saftige Käfer oder deren Larven. Heute habe ich Glück! Eine hungrige Made wird mein Morgenmahl.
Nachdem ich mich gestärkt habe, schwinge ich mich mit einem eleganten Flug vom Baum. Meine schwarz-weißen Flügel glitzern im Sonnenlicht. Mein Ziel? Ein paar Freunde in der Nähe besuchen. Am Waldrand treffe ich Eddi, den Rotkehlchen-Burschen. Sein rotes Brustgefieder schimmert wie ein kleiner Rubin. "Pico! Hast du heute schon die alte Tanne besucht? Da summen ganz viele Bienen!", erzählt mir Eddi. Ein Baum voller Summen? Das muss ich sehen!
Gemeinsam fliegen wir zur alten Tanne. Auf halbem Weg begegnen wir Frau Hilda Eichhörnchen. Sie balanciert geschäftig einen Zapfen. "Bienen?", fragt sie neugierig. "Die machen mich nervös! Aber der Zapfen hier, der ist perfekt fürs Abendessen." Hilda huscht weiter, während Eddi und ich in die luftig duftende Nähe der Tanne eintauchen. Die Bienen sind wirklich da, schwärmen an einem Loch im Holz.
Ich beobachte sie fasziniert. Ihre präzisen Bewegungen erinnern mich an die Kunst des Trommelns. Plötzlich kommt mir eine Idee. "Vielleicht kann ich mein Trommeln so rhythmisch gestalten wie die Flügelschläge der Bienen", murmle ich zu Eddi. "Das wäre mal etwas Neues!" Er nickt begeistert. Selbst unter uns Tieren gibt es Raum für Kreativität – und Selbstausdruck – auch wenn wir das oft instinktiv tun.
Zurück bei meiner Eiche setze ich meinen Gedanken direkt in die Tat um. Ich trommele einen neuen, melodischen Rhythmus. Es klingt zunächst ungewohnt, aber schön. Die Melodie ist meine ganz eigene, inspiriert von der Natur, in der ich lebe. Sogar Eddi schaut neugierig zu und klatscht mit seinen Flügeln zu meinem Trommelspiel. Lange noch klingen meine Klopftöne durch den Wald und erzählen meine Geschichte an alle, die lauschen wollen.
| Name: | Buntspecht |
| Wissenschaftlicher Name: | Dendrocopos major |
| Gewicht: | 70-90 g |
| Maße: | 20-23 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 11 Jahre |
| Lebensraum: | Laub- und Mischwälder |
| Geschwindigkeit: | Geschätzte Fluggeschwindigkeit 25 km/h |
Der Buntspecht ist ein farbenfroher und kräftiger Vogel, der in Europa, Asien und Nordafrika heimisch ist. Er hat ein auffälliges Federkleid mit schwarz-weißen Streifen und roten Flecken auf dem Bauch und unter dem Schwanz. Männliche Buntspechte haben zusätzlich einen roten Fleck auf dem Hinterkopf, der sie von den Weibchen unterscheidet.
Buntspechte leben in Wäldern, Parks und Gärten, wo sie bevorzugt in alten Bäumen nach Nahrung suchen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Larven und Käfern, die sie aus der Rinde oder dem Holz herausmeißeln. Im Winter fressen sie auch Nüsse, Samen und Beeren. Mit ihrem kräftigen Schnabel hämmern sie in die Baumrinde, um an ihre Nahrung zu gelangen und um Nistlöcher zu bauen.
Der Trommelwirbel des Buntspechts, der durch das schnelle Hämmern auf Holz entsteht, ist ein typisches Geräusch in seinen Lebensräumen. Dieser Trommelwirbel dient sowohl der Reviermarkierung als auch der Kommunikation mit Artgenossen. Buntspechte bauen ihre Nester in Baumhöhlen, die sie selbst zimmern. Das Weibchen legt etwa 4 bis 6 Eier, die beide Elternteile bebrüten und die Jungen füttern. Der Buntspecht ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems, da er hilft, Insektenpopulationen zu kontrollieren und zur Gesundheit der Wälder beiträgt.