Mein Name ist Tarlo, ich bin eine Amsel – kein besonders großer Vogel, aber flink und geschickt. Mein Zuhause ist ein kleiner, dichter Stadtpark, mitten in den gewundenen Straßen einer großen Stadt. Hier, zwischen den Bäumen, Büschen und saftigen Wiesen, lebe ich schon mein ganzes Leben. Morgens liebe ich es, mein Lied in die kühle Morgenluft zu singen. Ihr habt mich sicher schon gehört, ich singe laut und klar. Heute war einer dieser Morgen, an denen sich der Duft von feuchtem Gras und das zarte Leuchten der aufgehenden Sonne magisch anfühlten – vielleicht zu magisch.
Ich hatte gerade ein köstliches Würmchen gefunden, als mein Freund Pico, ein neugieriges, aber eher chaotisches Eichhörnchen, von Ast zu Ast sprang und mit Eile auf mich zukam. „Tarlo, Tarlo! Du glaubst nicht, was ich gefunden habe!“ Pico war offenbar begeistert, doch ein bisschen nervös schien er auch. Mit glänzenden Augen zog er aus seinem buschigen Schwanz ein glänzendes, goldfarbenes Ding hervor. Es war glatt und rund – ein Knopf aus Metall. „Ist das nicht eine Nuss aus reinem Gold?“ fragte er aufgeregt. Ich musste lachen. „Oh Pico, das ist kein Gold, das ist ein Knopf von den Menschen. Eine Nuss kannst du daraus sicher nicht knacken!“
Pico ließ sich nicht beirren. „Aber Tarlo, sieh nur, wie schön es glänzt! Ich wette, das ist etwas ganz Besonderes! Ich wollte es schon Riya, der Drossel, zeigen – aber dann dachte ich, ich vertrau's erst mal dir an!“ Diese Geste rührte mich, schließlich war Pico nicht bekannt für Geduld oder Vorsicht. Doch ich konnte ihm nicht die Wahrheit verschweigen. „Pico, ich glaube, der gehört den Menschen. Vielleicht hast du ihn irgendwo gefunden, wo sie ihn verwenden. Es wäre nicht richtig, ihn einfach zu behalten.“ Picos Augen wurden groß, aber er nickte langsam. „Oh… du hast recht, Tarlo. Aber was soll ich jetzt tun?“
Gemeinsam beschlossen wir, herauszufinden, wo der Knopf hingehörte. Die Menschen in der Nähe des Parks waren oft freundlich, manche verteilten Krümel oder schauten uns beim Singen zu. Kurz darauf entdeckten wir auf einer Bank eine Jacke – und siehe da, ihr fehlte der Knopf! Pico ließ ihn widerwillig los, aber nicht ohne mich anzustupsen. „Du bist ja wirklich ehrlich, Tarlo. Aber jetzt will ich mir als Belohnung wenigstens die besten Eicheln reservieren!“ Ich lachte und flog davon. Wer weiß, vielleicht singen die Menschen bald ein Lied über einen treuen Knopf-Finder und seinen vogelgescheiten Freund?
Weibliche Amseln haben oft ein unscheinbar braunes Gefieder, was sie besser vor Fressfeinden schützt. Sie tragen Verantwortung nicht nur für den Nestbau, sondern auch für das Ausbrüten der Eier während der Brutzeit!
| Name: | Amsel |
| Wissenschaftlicher Name: | Turdus merula |
| Gewicht: | 80-125 g |
| Maße: | 23-29 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 5 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Parks, Gärten |
| Geschwindigkeit: | Geschätzte Fluggeschwindigkeit 30-50 km/h |
Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt, ist ein weit verbreiteter Singvogel, der in Europa, Asien und Nordafrika vorkommt. Männliche Amseln sind leicht an ihrem schwarzen Gefieder und dem leuchtend orange-gelben Schnabel und Augenring zu erkennen, während die Weibchen und Jungvögel eher braun gefärbt sind und ein dezenteres Aussehen haben.
Amseln leben in einer Vielzahl von Lebensräumen, darunter Wälder, Parks, Gärten und sogar städtische Gebiete. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Insekten, Würmern, Beeren und Früchten. Oft sieht man Amseln auf dem Boden hüpfen, wo sie nach Nahrung suchen. Ihr melodischer Gesang, der oft früh am Morgen und am Abend zu hören ist, macht sie zu einem der bekanntesten und beliebtesten Singvögel.
Im Frühjahr und Sommer bauen Amseln ihre Nester in Büschen, Bäumen oder sogar in Gebäudenischen. Das Weibchen legt meist 3 bis 5 Eier, die es alleine bebrütet. Beide Elternteile kümmern sich um die Fütterung der Jungvögel. Amseln sind das ganze Jahr über aktiv und können in milden Klimazonen auch im Winter beobachtet werden. Ihr Gesang und ihre Anpassungsfähigkeit machen sie zu einem geschätzten Bewohner von Gärten und Wäldern.