Hallo, ich bin Emilia, ein rotbraunes Eichhörnchen mit einem buschigen Schwanz, auf den ich wirklich stolz bin. Mein Zuhause ist der große Mischwald, der mich schützt und ernährt. Hier gibt es alles, was ein Eichhörnchenherz begehrt: mächtige Eichen und Buchen, deren Nüsse ich liebe, weiche Moospolster zum Schlafen und hohe Äste, die mir beim Reißverschlussrennen durch die Baumkronen helfen. Doch aufregend wird es, wenn unerwartete Begegnungen meine Tage erhellen – oder durcheinanderbringen!
Meine Geschichte beginnt an einem frischen Herbsttag, als die Sonne durch die Kronen glitzert und die letzten Blätter tanzen. Ich war gerade dabei, eine besonders rundliche Haselnuss für meinen Wintervorrat zu verstauen, als ich ein leises Piepsen hörte. Es klang irgendwann zwischen neugierig und verzweifelt – definitiv eine schlechte Mischung. Vorsichtig kletterte ich hinunter, auf einem Spiel aus Sprüngen und Balancierkunst, die ich meisterhaft beherrsche. Unten, im raschelnden Laub, erblickte ich einen kleinen Igel, der offenbar verloren war.
„Was machst du denn so weit weg von deiner Familie?“ fragte ich und sprang einen Ast tiefer. Der kleine Kerl erklärte, dass er beim Sammeln von Raupen den Überblick verloren hatte und sich grade erst vor einem Rabenschwarm hatte retten können. Raben! Sie waren clever und gefährlich – ich hatte sie nie gemocht. Sein Stachelkleid war zerzaust, und er zitterte. Ich wusste, dass ich helfen musste, auch wenn es hieß, meinen Vorrat für einen Moment zu vergessen.
„Komm, wir machen das zusammen“, sagte ich ihm und ließ ihn auf eines meiner Moosverstecke klettern, damit ich ihn durch das Gewirr der Bäume loten konnte. Der Wald kann wie ein Labyrinth erscheinen, besonders für Tiere, die sich hauptsächlich am Boden aufhalten. Während wir uns langsam vorarbeiteten, begann ich ihm von den Tricks des Waldes zu erzählen: Wo man die besten Nüsse findet, welche Pilze giftig sind und wie man ferne Gefahren erspäht, bevor sie einen erreichen.
Der kleine Igel hörte gespannt zu – seine Angst schien zu schwinden. Unterwegs trafen wir andere Freunde. Eine Amsel warnte uns vor ihrem Erzfeind, dem Steinmarder, der nach Einbruch der Dunkelheit durch die Äste schlich. Ein müder, aber hilfsbereiter Fuchs bot uns Orientierung an: „Folgt dem Duft der frischen Kräuter, da sind die Igel oft zu finden.“ Auch wenn Füchse nicht zu meinen engsten Freunden zählen, danke ich ihm innerlich – manchmal hat sogar ein Räuber eine sanfte Seite.
Nach einer Weile, in der die Sonne fast ganz hinter dem Horizont verschwunden war und der Wald in goldenes Licht getaucht war, landeten wir an einem kleinen Versteck, das nach Erde, Kugeln und Familie roch – die Igelkolonie. Die Freude des kleinen Igels war so groß, dass er anfing, sich um mich herum zu drehen und heiter zu quieken. Während seine Mutter ihn begrüßte, sprang ich flink zum nächsten Baum und genoss die Ruhe in meinem Astnest. Etwas Gutes getan zu haben, fühlt sich immer richtig an, auch wenn niemand zugesehen hat. Und nun war da noch Zeit für eine letzte Haselnuss. Mein Wintervorrat wartete.
| Name: | Eichhörnchen |
| Wissenschaftlicher Name: | Sciurus vulgaris |
| Gewicht: | 250-350 g |
| Maße: | 20-30 cm Länge |
| Lebensalter: | Bis 6 Jahre |
| Lebensraum: | Wälder, Parks |
| Geschwindigkeit: | Kann Bäume schnell erklimmen |
Das Eichhörnchen ist ein kleines, flinkes Tier, das in vielen Teilen der Welt zu Hause ist, darunter Europa, Asien und Nordamerika. Mit seinem buschigen Schwanz, den scharfen Krallen und den großen Augen ist das Eichhörnchen leicht zu erkennen. Es lebt hauptsächlich in Bäumen und ist ein hervorragender Kletterer und Springer.
Eichhörnchen lieben es, Nüsse, Samen, Früchte und Pilze zu sammeln. Besonders im Herbst verstecken sie viele Nüsse, um für den Winter vorzusorgen. Manchmal vergessen sie aber, wo sie ihre Vorräte versteckt haben. Das ist gut für die Natur, weil aus den vergessenen Nüssen neue Bäume wachsen können. Außerdem fressen sie gerne aus Vogelhäusern und nutzen andere verfügbare Nahrungsquellen.
Eichhörnchen können sich gut an verschiedene Umgebungen anpassen. Sie leben in dichten Wäldern, aber auch in Parks und Gärten in Städten. Ihre Nester, die Kobel genannt werden, bauen sie hoch oben in den Bäumen aus Zweigen und Blättern. Eichhörnchen sind für ihre akrobatischen Fähigkeiten bekannt und können mühelos von Ast zu Ast springen. Sie sind wichtige Tiere im Wald, weil sie helfen, neue Bäume zu pflanzen, und gleichzeitig Nahrung für Raubtiere wie Füchse und Greifvögel sind.