Ich heiße Lola und ich bin ein Feuerfisch. Mit meinen prachtvollen, stacheligen Flossen sehe ich aus wie ein Tänzer, der auf einem bunten Teppich aus Korallen gleitet. Mein Zuhause? Das warme, glitzernde Wasser des Indischen Ozeans. Hier zwischen Anemonen, Algen und Sandbänken verstecke ich mich, jage und entdecke täglich neue Ecken meines Korallenriffs.
Heute Morgen fühlte sich jedoch alles irgendwie anders an. Ich schwebte zwischen den Korallenstöcken, als mich ein seltsam schimmernder Wasserstrahl erwischte. Er wirbelte mich herum, schneller als jede Meeresströmung. Blubbernd und blinkend drehte sich alles, bis ich plötzlich in einer völlig fremden Ecke des Riffs landete. „Wo bin ich hier?“, fragte ich laut, doch niemand hörte mich.
Ich schwamm vorsichtig durch die Korallenlandschaft. Die Farben waren heller, die Anemonen größer. Plötzlich kam Miranda, meine Nase-Doktorfisch-Freundin, angeschwommen. Aber sie sah seltsam anders aus. „Lola, was ist los?“ fragte sie, doch ihr Tonfall klang nicht wie sonst. Es stellte sich heraus: Ich war in der Vergangenheit gelandet! Die Korallen waren viel jünger, und es wimmelte von Fischen, die ich nie zuvor gesehen hatte!
Miranda erklärte mir, dass das Riff eine Art „Zeitverwerfung“ hätte – eine Stelle, an der die Zeit "klitscht", wie sie es nannte. "Es passiert, wenn die Strömungen aus besonderen Tiefen kommen." Klingt verrückt, dachte ich. Aber je mehr ich sah, desto faszinierter war ich. Manche Fische schienen wie Urahnen meiner heutigen Freunde – wie ein lebendiger Geschichtsbuchseiten-Strom!
Während ich weiterforschte, entdeckte ich eine Gefahr: Ein riesiger Papageienfisch, der unaufhörlich an den empfindlichen Korallen knabberte. Sofort schwamm ich los, lautstark alarmierend. Meine Flossen ölte ich mit der dramatischsten Bewegung ein. Dank meiner Einmischung gelang es den kleineren Fischen, sich rechtzeitig zu verstecken, auch wenn ich mir heikle Stacheltricks zum Beispiel zu beeindrucken <